Heilige Häkelnadel, Batman!

Was Blogbeiträge angeht, ist das neue Jahr bei mir noch nicht so richtig in die Gänge gekommen. Was Wolle angeht, gehts dafür ganz gut voran. Mein Häkelpullover ist fertig!

Ich habe ja schon in meinem letzten Beitrag meinem Unmut in Bezug auf Häkelmode Luft gemacht. Als ich dann nach einer ausführlichen Besprechung des Problems bei Lanade eine riesige Well an Antworten anderer leidgeprüfter Häkelwilliger erhielt, stand für mich fest, dass 2017 bei mir unter dem Zeichen der Häkelnadel stehen wird.

Mein Fazit bei Lanade zum Thema Häkelmode war, dass es einige wenige wirklich gute Anleitungen gibt, ansonsten aber viele schlichte Muster auch schon sehr davon profitieren, wenn man sie einfach mal nicht mit Baumwolle, sondern mit einem geschmeidigeren Garn wie zum Beispiel Alpaka umsetzt. Baumwolle verhäkelt sich zwar nämlich gut, ist aber dann oft schwer und steif, was bei einem Oberteil nicht immer so prickelnd ist – Stichwort: Menschlicher Topflappen.

Das Muster für meinen Pullover macht schon mal einen guten Ansatz: Weiches Garn mit Alpaka-Anteil und Glitzer (Lana Grossa Alta Moda Superbaby Stella (Leute, wer macht bei euch eigentlich die Produktnamen?!), ein schlichtes Häkelmuster und ein guter Teil Strick, der das ganze Teil tragbar macht. Kann da noch was schief gehen?

Kann es. Etwa wenn man das Rückenteil eine Nummer größer arbeitet als das Vorderteil, um nur ein Beispiel zu nennen.

Nach dem ersten Schock war ich aber ganz froh über dieses Missgeschick. Der kleine Überhang beim Häkelteil ließ sich nämlich recht unauffällig beim Zusammennähen nach innen hin umklappen. Endlich hat das Arbeiten in Einzelteilen mal einen Vorteil! Am unteren Rand habe ich das Strickbündchen dagegen genauso breit wie das Häkelstück gemacht. Die Seitennaht habe ich dann schräg verlaufen lassen, so dass ich statt des vorgeschriebenen Kastenschnitts eine leichte A-Linie erzeugen konnte. Damit liegen die Seitennähte zwar am unteren Saum nicht mehr exakt seitlich sondern ein Stück weiter vorne, aber das fällt nicht wirklich auf.

Mit voller Absicht geändert habe ich die Ärmel. Die waren nämlich wie so oft bei Filati-Anleitungen ohne jede Abnahme als stupide Rechtecke vorgesehen, bei denen dann logischerweise das Bündchen am Handgelenk einen genauso großen Umfang hat wie die Ärmelöffnung an der Schulter. Wenn ich eines Tages das Bedürfnis verspüren sollte, meinen Kopf in einen Ärmel zu stecken, folge ich den Strickmustern der Filati gerne aufs Wort. Bis dahin aber passe ich die Ärmel ein bisschen meiner individuellen Anatomie an.

Hat auch gar nicht weh getan.

Und so sieht das gute Teil aus. Den Körper habe ich im Häkelteil um volle 10 cm verlängert, sonst wäre ich mir damit zu quadratisch vorgekommen. So gefällt mir der Pullover aber sehr gut und vor allem gefällt mir der gehäkelte Teil. Das fluffige Garn macht das Häkelmuster tatsächlich geschmeidig und luftig, da ist nix mehr mit Topflappen-Style. Man könnte vermutlich sogar noch ein bisschen mehr am Fluffi-Regler drehen, wenn man ein Blow-Garn wie Drops Air oder Drops Cloud nimmt. Mit denen möchte ich definitiv auch noch mal einen Häkel-Versuch starten!

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10 Gedanken zu “Heilige Häkelnadel, Batman!

  1. Der Pulli ist sehr schön geworden. Endlich mal gehäkelt und trotzdem tragbar. Vielleicht probiere ich das auch mal, denn ich häkele sehr gern. Vielleicht versuche ich mich mal an einem Jacke.
    Liebe Grüße Sabine

  2. Dein Pulli ist sehr schön geworden. Ich habe ihn versucht mit Alaska zu häkeln, aber er ist zu steif geworden, daher musste ich in leider wieder aufribbeln. Es ist aber auch schwierig für diesen Pulli Wolle zu finden, zum einen da ich kein Alpaca auf der Haut vertrage.

    LG Melanie

    • Hallo Melanie! Ich bin eigentlich auch extrem Alpaka-empfindlich, vertrage dieses Garn aber erstaunlicherweise. Lana Grossa hat auch ein glitzerndes Poly-Garn in gleicher Stärke, das man benutzen könnte, die Mille II Lux (wenn dir das nicht zu plastikig ist). Ansonsten vielleicht eine Drops-Merino-Variante zweifädig verarbeiten?

      • Hallo, danke für den Tipp. Wenn ich aber das Garn von Drops zweifädig verarbeite, wird das dann nicht zu steif für den Pulli?

        LG Melanie

      • Wenn du mit einer größeren Nadel arbeitest nicht. Aber er könnte ganz schön schwer werden, fürchte ich. Das Muster lässt sich aber auch recht einfach auf einfädig verarbeitetes Garn mit geringerer Maschenprobe als das Originalgarn umrechnen, denke ich. Sind ja im Grunde nur vier Rechtecke mit Halsausschnitt und nem Rollkragen dran. ;)

  3. Haha, Kopf im Ärmel! Sehr gut. Die Kombination von Häkel und Strick finde ich gut und merke sie mir gerne. Im Sommer steht bei mir ein Häkelpulli an, mal sehen wie das wird. lg, Gabi

  4. Ja das ist doch mal schöne Häkelmode! Gefällt mir gut!
    Verrätste mir eventuell, welche Filiati-Ausgabe das ist? Vielleicht hab ich die ja auch, möglicherweise, irgendwo in einem der Stapel … *hust*
    Deine Anpassungen erscheinen mir auch sehr sinnvoll, offenbar sind die Designer hin und wieder etwas zu faul (oder zu beschäftigt) um ein Modell bis ins Detail passend auszuarbeiten.

    • Hi Kathi, das war die Filati Handstrick 61, Modell 38. Meine heimliche Vermutung ist, dass die Designer aus Platzgründen zu solchen Kapriolen gezwungen werden. Wenn man einen kompletten Pullover in drei Größen und zwei Handarbeitstechniken auf 10 x 15 cm unterbringen muss, bleibt halt kein Platz für zusätzliche Charts und Erklärungen. :-\

      • Stimmt, die müssen sich ja extrem kurz halten. Immerhin kann man die Filati auch ohne Lupe lesen, das ist doch auch was!
        Tatsächlich konnte ich gerade nach einigem Buddeln diese Ausgabe aus meiner Sammlung bergen, juchu!
        Das Modell kommt gleich auf meine Liste! :-)

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