Vorsicht, ansteckend!

Das Leben als Bloggerin für Lanade bringt ja so einiges mit sich: Den großen Jet-Set-Lifestyle, mit dem grünen Privatjet um die Welt zu den angesagtesten Schafherden und Star-Alpakas, exzessive Gala-Parties mit den großen Designern, Stricknadeln made by Swarovski und leicht realitätsferne Tagträume zum Beispiel. Ein anderer Nebeneffekt ist aber leider auch, dass ich hier nicht immer alles zeigen kann, woran ich gerade stricke, weil es für Lanade geplant ist. So auch diese Woche: Ich habe eigentlich gleich zwei aufregende Projekte auf den Nadeln, muss aber notgedrungen dichthalten, damit ihr euch später auf dem Lanade-Blog nicht langweilt.

Als Trostpflaster zeige ich euch, was bei mir gerade ganz oben auf der (laaaangen) Liste der Projekte steht, die ich in naher Zukunft stricken möchte. Die Bilder stammen alle von den jeweiligen Designerinnen, nicht von mir. Vielleicht inspiriert euch ja das eine oder andere davon? ;)

1. Schockverliebt: Dip Dye Sweater

Liebe auf den ersten Blick: Der Dip Dye Sweater von Camilla Vad wird zweifädig glatt rechts mit wechselnden Farben gestrickt und dann auf links gekrempelt. Genau mein Ding, aber sowas von! Den möchte ich aus der DROPS Flora in allen denkbaren Farbkombis stricken.

2. Genial: Cardigan in der Runde gestrickt

Designerin Astrid Müller hat mit ihrem Nonnas Liaison meiner Meinung nach einen Orden verdient: Dieser Cardigan wird in Runden gestrickt! Endlich ein Projekt für meine mittlerweile antike Lace-Wollmeise?

3. Hübsch: Herbarium

Ich mag ja Pullover mit Lace-Front sowieso gerne. Dieser hier von Nadia Crétin-Léchenne ist sehr luftig und wird in Runden von unten nach oben gestrickt. Mir fallen so viele Garne dafür ein: DROPS Loves You #7, Holst Noble, DROPS Baby Alpaka Silk … Mein Favorit für den Frühling!

4. Der Winter kommt wieder: Portage

So ein Mist! Da ist der Winter fast vorbei und ich stolpere noch über eine fantastische Anleitung für einen warmen Cardigan. Portage von Melissa Schaschwary hat tiefe Taschen, ein interessantes Muster am Rücken und ist perfekt für die DROPS Lima, die mir diesen Winter ans Herz gewachsen ist. Vielleicht stricke ich die Jacke einfach diesen Sommer, dann ist sie auf jeden Fall fertig, wenn es wieder kalt wird.

5. Basic at its best: Aden

Am Aden von Ankestrick bin ich schon so manches Mal vorbeigegangen, bis ich ihn in echt bei einer Strickfreundin sehen durfte. Verhängnisvoll! Jetzt will ich natürlich auch einen haben. Mit buntem Bändel am Kragen.

Ich hoffe, ich habe jetzt niemanden mit einem Strickvirus angesteckt! Ihr dürft mich aber auch gern zurückanstecken: was steht aktuell auf euren Stricklisten?

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Bottom up? Top down? Beides!

Ich muss euch mal ganz kurz einen Zwischenstand eines kleinen Projektes zeigen, auf das ich in zweifacher Hinsicht stolz bin:

Das Ganze wird mal ein Fair-Isle-Pullover, wenn es fertig ist. Vorlage war der Paper Dolls von Kate Davies, allerdings kriegt meiner lange Ärmel.

Der erste Grund, weshalb ich stolz darauf bin, ist dass ich auf die Idee gekommen bin, ihn von der Mitte aus zu beginnen. Mich hat vor allem das Fair Isle gereizt, das aber nur in der Passe vorkommt. Das Muster sieht eine Bottom-up-Konstruktion vor – ich hatte aber wenig Lust, erst den kompletten Körper und die beiden Ärmel zu stricken, bevor ich endlich mit dem Fair-Isle-Teil anfangen kann. Natürlich hätte ich das ganze auch Top down stricken können, also mit dem Kragen beginnend nach unten arbeiten. In einer Rundpasse sehen die Zunahmen einer Top-down-Konstruktion aber einfach nicht so gut aus wie die viel unauffälligeren Abnahmen beim Bottom up. Was also tun?

Meine Lösung war eine Art Aus-der-Mitte-in-alle-Richtungen. Dafür habe ich die Maschenzahl unmittelbar über der Ärmelöffnung (da, wo die Bottom-up-Anleitung Körper und Ärmel zusammenlegt) im provisorischen Maschenanschlag angeschlagen und dann ganz brav nach Anleitung bottom up in Richtung Kragen losgestrickt. Am unteren Rand sehr ihr noch die gehäkelte Luftmaschenkette, die meine Maschen festhält. Das schöne an diesem gehäkelten Anschlag ist, dass ich ihn ganz einfach auflösen kann und dann meine Maschen freihabe, um den Rest des Pullovers top down zuende zu stricken.

Wie genau der gehäkelte provisorische Maschenanschlag funktioniert, habe ich übrigens hier schon mal gezeigt. Antje hat bei Lanade das ganze gestern sogar noch ein bisschen cleverer in einem Video erklärt – ihre Variante erspart einem das mühsame Herauspopeln der Maschen aus der Häkelkette.

Ach ja, und der zweite Grund, weshalb ich so stolz auf dieses Projekt bin: Totenköpfe!
Dazu muss ich nichts mehr sagen, oder?

Heilige Häkelnadel, Batman!

Was Blogbeiträge angeht, ist das neue Jahr bei mir noch nicht so richtig in die Gänge gekommen. Was Wolle angeht, gehts dafür ganz gut voran. Mein Häkelpullover ist fertig!

Ich habe ja schon in meinem letzten Beitrag meinem Unmut in Bezug auf Häkelmode Luft gemacht. Als ich dann nach einer ausführlichen Besprechung des Problems bei Lanade eine riesige Well an Antworten anderer leidgeprüfter Häkelwilliger erhielt, stand für mich fest, dass 2017 bei mir unter dem Zeichen der Häkelnadel stehen wird.

Mein Fazit bei Lanade zum Thema Häkelmode war, dass es einige wenige wirklich gute Anleitungen gibt, ansonsten aber viele schlichte Muster auch schon sehr davon profitieren, wenn man sie einfach mal nicht mit Baumwolle, sondern mit einem geschmeidigeren Garn wie zum Beispiel Alpaka umsetzt. Baumwolle verhäkelt sich zwar nämlich gut, ist aber dann oft schwer und steif, was bei einem Oberteil nicht immer so prickelnd ist – Stichwort: Menschlicher Topflappen.

Das Muster für meinen Pullover macht schon mal einen guten Ansatz: Weiches Garn mit Alpaka-Anteil und Glitzer (Lana Grossa Alta Moda Superbaby Stella (Leute, wer macht bei euch eigentlich die Produktnamen?!), ein schlichtes Häkelmuster und ein guter Teil Strick, der das ganze Teil tragbar macht. Kann da noch was schief gehen?

Kann es. Etwa wenn man das Rückenteil eine Nummer größer arbeitet als das Vorderteil, um nur ein Beispiel zu nennen.

Nach dem ersten Schock war ich aber ganz froh über dieses Missgeschick. Der kleine Überhang beim Häkelteil ließ sich nämlich recht unauffällig beim Zusammennähen nach innen hin umklappen. Endlich hat das Arbeiten in Einzelteilen mal einen Vorteil! Am unteren Rand habe ich das Strickbündchen dagegen genauso breit wie das Häkelstück gemacht. Die Seitennaht habe ich dann schräg verlaufen lassen, so dass ich statt des vorgeschriebenen Kastenschnitts eine leichte A-Linie erzeugen konnte. Damit liegen die Seitennähte zwar am unteren Saum nicht mehr exakt seitlich sondern ein Stück weiter vorne, aber das fällt nicht wirklich auf.

Mit voller Absicht geändert habe ich die Ärmel. Die waren nämlich wie so oft bei Filati-Anleitungen ohne jede Abnahme als stupide Rechtecke vorgesehen, bei denen dann logischerweise das Bündchen am Handgelenk einen genauso großen Umfang hat wie die Ärmelöffnung an der Schulter. Wenn ich eines Tages das Bedürfnis verspüren sollte, meinen Kopf in einen Ärmel zu stecken, folge ich den Strickmustern der Filati gerne aufs Wort. Bis dahin aber passe ich die Ärmel ein bisschen meiner individuellen Anatomie an.

Hat auch gar nicht weh getan.

Und so sieht das gute Teil aus. Den Körper habe ich im Häkelteil um volle 10 cm verlängert, sonst wäre ich mir damit zu quadratisch vorgekommen. So gefällt mir der Pullover aber sehr gut und vor allem gefällt mir der gehäkelte Teil. Das fluffige Garn macht das Häkelmuster tatsächlich geschmeidig und luftig, da ist nix mehr mit Topflappen-Style. Man könnte vermutlich sogar noch ein bisschen mehr am Fluffi-Regler drehen, wenn man ein Blow-Garn wie Drops Air oder Drops Cloud nimmt. Mit denen möchte ich definitiv auch noch mal einen Häkel-Versuch starten!