Holsten!

Hurra, mein Holsten Pullover ist fertig!

Abgekettet habe ich ihn schon letztes Wochenende, aber unbehandelt ist das Garn, die Holst Supersoft, absolut nicht tragbar. Aus dem Knäul heraus fühlt es sich sehr hart an und hinterlässt beim Stricken einen leicht fettigen Film auf den Händen. Deshalb habe ich den Pullover nach dem Vernähen der Fäden in ein heißes Wasserbad mit etwas Spüli gelegt – ganz vorsichtig, damit nichts verfilzt. Ob das Spüli die beste Lösung ist, weiß ich nicht genau. Auf jeden Fall hat es diesen Wollfett-Film entfernt und das Garn sichtlich aufatmen lassen. Seht mal den Unterschied:

Ist der Pullover nach dem Bad kuschelweich geworden? Nein. Gefällt er mir trotzdem? Aber sowas von!

Als ich ihn am ersten Tag angezogen habe, hatte ich ganz schön Bammel. Der relativ enge Halsausschnitt liegt bei mir trotz Longsleeve drunter direkt am Hals an, wo ich normalerweise gar nichts haariges ertragen kann. Der kratzt bestimmt ganz schrecklich, dachte ich – hat er aber nicht! Den Grund dafür kann ich mir auch nicht erklären, denn das Garn hat nach dem Waschen durchaus einen leichten Flaum und fühlt sich nicht so glatt an wie zum Beispiel Merinowolle. Trotzdem stört sich meine empfindliche Haut daran kein Stück. Das soll mal einer verstehen! Aber andernfalls wäre ich auch wirklich traurig gewesen.

Der Pullover ist superleicht, sitzt sehr gut und hat trotz seines einfachen Designs einige Details, dich ich auch bei meinem nächsten Pullover einbringen möchte. Der wird aus der Drops Flora, die ich hoffentlich dann auch so gut am Hals vertrage!

Zum einen hat der Holsten eine Fake-Naht oder Schattenfuge. Eigentlich nur eine einzelne linke Masche mitten im Glatt-Rechts-Schlauch. Sieht aber direkt etwas professioneller aus und verschluckt praktischerweise auch die Treppe, die sonst schnell beim Farbwechsel in der Runde entsteht.

Zum anderen gibt es an den Bündchen einen umgekehrten Rollrand, der mir total gut gefällt. Zu dem schönen Effekt trägt vielleicht auch zu großen Teilen das sehr gutmütige Garn bei, das die Bündchen nicht allzu stark zusammenzieht. Werde ich trotzdem auch noch mal mit anderen Garnen ausprobieren.

Fazit: Ich bin begeistert, sowohl vom Garn wie auch vom Strickmuster. Nur das Stricken selbst war nicht so berauschend, denn das harte Holst-Garn hat sich mir ganz schön in die Finger gegraben. Der linke Zeigefinger, über den ich das Garn laufen lasse, hat immer noch einen roten Striemen! Aber vielleicht habe ich auch in meiner Vorfreude aufs Tragen des Pullovers einfach zu schnell gestrickt. Habt ihr auch manchmal solche „Strickverletzungen“?

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26 Gedanken zu “Holsten!

  1. Schaut toll aus dein Holsten 👏🏻 und der Rest hört sich durchweg positiv an , habe ja auch noch ein „wenig“ Holstgarn in meinem Vorrat 😚

  2. Superschön, auch die Farbkombi! Gegen kaputte Finger hilft Pflaster und zwar vorher, nicht hinterher. Ich mag ja gerne etwas Wollfett an den Finger, riecht auch so schön nach Schaf.
    Übrigens brauchst du nicht so vorsichtig mit dem Pulli umgehen, ab in die Waschmaschine, Wollwaschgang oder kräftig im Waschbecken kneten. Ich teste das immer an kleinen Maschenproben.

  3. Moin moin Nina, dein Pulli ist klasse geworden. Holst Garn hatte ich noch nicht aber vielleicht mal demnächst. Auch bei mir kommt erst mal die Flora (getestet anhand einer Mütze) :-).
    Ein umgekehrter Rollrand ist wenn man ein paar Reihen links strickt wo man sonst rechts strickt?
    Gute Idee, auch die Fake Naht werde ich beim nächsten Pulli mal ausprobieren, die sieht gut aus und trägt zu einer schlanken Optik bei. Liebe Grüße aus Niedersachsen.

  4. Sieht gut aus, passt ja perfekt. Mir gefällt das schlichte Design sehr gut! Schaut man sich nicht so schnell über.
    Hast du vielleicht deine alte Maschenprobe noch? Besser ein Testobjekt in die Waschmaschine werfen, nach all der Arbeit wärs doch zu schade um den Pullover!

  5. Ach, ist der schön geworden :-) ich MUSSTE mir ja nach deinem ersten Blogbeitrag hierzu unbedingt (…) auch noch mehr Holst holen, habe aber dunkelblau als Hauptfarbe genommen. Meine Finger werden es mir danken …
    Die Maschenprobe habe ich übrigens auch in heißem Wasser mit ein wenig Wollwaschmittel im Waschbecken ordentlich durchgeknetet – rausgekommen ist ein formstabiles kuscheliges etwas, das sich gleich mein Kätzlein gekrallt hat. Kann also nicht so schlecht sein :-) Ich konnte es ihr noch mal abluchsen, um richtig auszumessen. Nur was mache ich jetzt zuerst – den Holsten? Was mit der Flora? Die Pullis für meine Neffen zu Weihnachten? Die 5 Ärmel, die noch auf Vollendung warten? *seufz*

  6. Kannst du bitte nicht immer so tolle Sachen zeigen? Also Holst steht jetzt definitiv auch auf meiner Testen-Liste, Flora will ich auch, argh!
    Die linke Masche probiere ich ebenfalls demnächst mal aus, ich kann mir vorstellen, dass sich dadurch auch die Form besser hält.
    Und der Rollrand macht ja mal einen super schönen Abschluss! Das probiere ich auch aus. Furchen im Zeigefinger, gefärbte Pfoten, Handgelenks-au … gehört wohl dazu, glaube ich :D

  7. Sehr netter Pulli! Gratuliere, dass er Dich nicht beißt, aber mein immenses Misstrauen gegen diese drahtigen Garne konntest Du mir damit längst noch nicht nehmen ;-) Ehe Du das gute Stück dermaßen quälst, wie hier vorgeschlagen, probiere es doch mal mit Eucalan. Das ist ein ganz spezielles äußerst ergiebiges Wollpflegemittel (z.B. bei Country-Creativ recht günstig zu haben), das fast Wunder wirkt und es muss nicht mal ausgespült werden!
    Liebe Wochenendgrüße
    Regina

  8. Sehr schön geworden! :-) Diese rustikalen Garne sind eigentlich nicht so empfindlich. Meist ist da übrigens nicht nur Lanolin drin sondern auch jede Menge Spinnöl. Das ist mit sehr heißem Wasser und Spüli super rauszubekommen. Mache ich auch immer so.

    Deine Erfahrungen mit „das kratzt ja gar nicht so wie gedacht“ kann ich auch nur bestätigen. Ich nehme an, das liegt daran, das diese Garne Streichgarne sind und die Fasern da halt kreuz und quer und zusammengeknüddelt (voll das Fachvokabular wieder) liegen, mit viel Lufteinschluss dazwischen. Bei Kammgarnen sind alle Fasern in einer Richtung und wenn dort dann die Enden rauspiken fällt das deutlich mehr auf. Meine Theorie dazu.

    Viel Spaß mit dem schönen Teil!

    • Richtig, Spinnöl hieß das bei Holst. Und dass es ein Streichgarn ist erklärt dann vielleicht auch, dass man den Faden so einfach zerreißen kann? Das ist echt eine Wissenschaft für sich!

      • Heißt nicht nur bei Holst so ;-) Auch wenn man z.B. Jamieson & Smith auf der Kone kauft, ist da noch Spinnöl drin. Das ist glaube ich dafür, dass sich die Fasern überhaupt verspinnen lassen und dass sie glatt durch die Maschinen laufen. Und fürs Maschinenstricken ist es auch besser, wenn das Spinnöl noch drin ist. Wenn es ganz ekelig ist habe ich Garn auch schon von der Kone oder dem Knäuel zum Strang gehaspelt und dann erst mal gewaschen.

        Das mit dem Zerreißen ist richtig. Streichgarne sind von Haus aus nicht so reißfest. Ist fürs Handstricken jetzt nicht ganz so relevant aber für das Weben schon eher. Kette aus Streichgarn ist vielleicht nicht so der Brüller ;-)

  9. Dein Pulli ist superschön geworden.
    Und schön, dass er dich nicht kratzt.

    Vorsicht! Holst-Garn macht genauso süchtig wie Drops…

    Bekennt eine Sammlerin von beiden Garnen. ;)

    Lg Stephanie

  10. Pingback: Heute ist Waschtag! | Havariemarie

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