Eins, zwei, dreihunderttausenddrölfzig

Aller guten Dinge sind wie viele? Richtig, drei! Und deshalb ist heute Blogbeitrag Nummer Drei aus dem Hause Havariemarie bei Lanade zu lesen. Es geht diesmal um das Tunesische Häkeln, das ich dort in einer einfachen, aber schönen Technik demonstriere.  

 Wenn euch das tunesische Häkeln gefällt und ihr Lust auf komplexere Projekte habt, kann ich euch die Werke der Designerin Aoibhe Ni empfehlen. Sie entwirft Muster für sagenhaft schöne Tücher, die man alle mit den normalen kurzen Häkelnadeln umsetzen kann. Allerdings alles auf Englisch, das nur zur Vorwarnung. 

Und was ist noch besser als drei gute Dinge? Noch mehr gute Dinge! Ihr könnt also sicher sein, dass das nicht mein letztes Gastspiel bei Lanade war, denn das nächste Projekt ist schon auf den Nadeln. ;)

Gerade frisch auf den Nadeln ist außerdem die Forest Nymph in dem Lila, das so vielen von euch gefallen hat. Mir gefällt es jetzt, wo ich es in den Händen halte, auch sehr gut. Das Garn ist nämlich gar nicht so hell wie ich befürchtet hatte und die Melierung macht die Farbe sehr lebendig. Schaut mal: 

 I like! Mein Kompliment an alle Lila-Abstimmer und meine Mama für den guten Garnriecher. 

Weil ich nie mit ansehen kann, wenn da ein Garn so herzzerreißend einsam im Online-Warenkorb liegt und ich gerade so im Melier-Rausch war, habe ich auch gleich noch die Drops Karisma bestellt, die mir Madame Flamusse im Zuge der Diskussion um die beste Farbe und Garnqualität der Forest Nymph Tunika empfohlen hat. Die Karisma besteht genau wie die oben gezeigte Alaska aus reiner Schafswolle und hat deshalb hohen Pieksalarm, aber ich fühle mich gerade sehr risikofreudig. Die Farbe heißt Petrol Cerise und ist der Wahnsinn:  

 Meine Katze hat echt ein Talent dafür, ins Bild zu laufen. Du willst unbedingt mit aufs Foto? Herrgott, dann bitte! 

 So, jetzt bist du im Blog. Zufrieden?

Forest Nymph – Ihr habt abgestimmt!

Letzte Woche Freitag habe ich euch die Entscheidung überlassen, welche Farbe mein nächstes Strickprojekt, die Tunika „Forest Nymph“, haben soll. Ziel war es, mal eine Farbe zu haben, die ich sonst nie (oder fast nie) verstricke. Natürlich habe ich bei der Vorauswahl der wählbaren Farben ein bisschen danach gefiltert, was mir steht und worin ich mich wohlfühlen würde. Ansonsten habe ich aber nicht geschummelt, großes Ehrenwort! Ich habe kein einziges Mal selbst abgestimmt und auch die Teilnehmerinnen aus meinem Strickkurs zu nichts angestiftet, wie es mein Notfallplan war, wenn alle als Farbwunsch „Schweinchenrosa“ angegeben hätten.

Mein heimlicher Favorit war übrigens das Dunkelgrau, weil ich tatsächlich recht viel Schwarz trage und sich das gut kombinieren lässt. Ich habe deshalb die ganze Woche das Dunkelgrau angefeuert und mich Samstag über den Vorsprung gefreut. Aber als ich dann gerade die Auswertung aufgerufen habe, hatte ich dieses Ergebnis:
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Unentschieden! Was nun?
Mir meinen Favoriten aus den beiden Gewinnern rauszupicken wäre recht und billig gewesen, aber Sinn der Sache war ja, die Farbwahl anderen zu überlassen. Ich brauchte also einen Schiedsrichter, der absolut unparteiisch ist, aber auch weiß, welche Farben mir stehen. Gesagt, getan:
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Meine Mama hat gesprochen. Es wird Lila!

Tolle Teile

Ich ärgere mich ja fast ein bisschen, dass ich die Frist für die Abstimmung meines nächsten Strickprojekts nicht kürzer angesetzt habe. Die ganze Woche spicke ich schon immer wieder, welche Farbe gerade die meisten Stimmen hat, und feuere meinen heimlichen Favoriten an (welcher das ist, verrate ich hinterher) – ganz schön nervenaufreibend. Aber ich halte bis Sonntag durch. 

In der Zwischenzeit kann ich euch ein paar neue Strickhelfer zeigen. Eine meiner Leserinnen hat neulich in einem Kommentar hier auf dem Blog erwähnt, dass Bleistift und Radiergummi ihre wichtigsten Strickutensilien sind – meine auch! Nur, dass es nicht Bleistift und Radiergummi sind, weil ich es schwierig finde, damit leserliche Notizen in ein Strickmuster einzufügen, das aus einem wabbeligen Ausdruck besteht, den ich während des Strickens irgendwo zwischen Strickzeug, Teetasse und schlafender Katze balanciere. Und ich habe eine Menge Notizbedarf, wie man sieht:  

Textmarker und Tintenroller funktionieren da besser für mich, weil sie nicht so viel Druck erfordern und deutlicher hervorstechen. Weil ich aber auch oft Sachen falsch notiere, anstreiche oder mich mitten im Projekt umentscheide, ribble und neu anfange, benutze ich die Pilot Frixion Stifte, die sich radieren lassen. Habt ihr die schon mal gesehen? 
  Tätää! Magie! Und definitiv empfehlenswert. Man findet diese Stifte in verschiedenen Ausführungen in so ziemlich jedem Schreibwarenladen, auf Amazon und zum Teil sogar im Supermarkt. Ohne die wäre ich verloren!

Ein anderes, noch viel tolleres Teil habe ich neulich in einem kleinen Wollgeschäft in Maastricht erstanden:  

Was das ist? Eine Häkelnadel. Aber nicht irgendeine Häkelnadel – das ist eine LEUCHTENDE HÄKELNADEL!

Sie macht mich glücklich. 

Hey, Drogen sind teurer! 

Ihr sagt an – ich stricke!

Erinnert ihr euch noch, wie ich neulich erzählt habe, dass ich immer zu den gleichen Farben greife, wenn ich ein neues Strickprojekt plane (sogar dann, wenn ich tatsächlich versuche, aus meiner Komfortzone auszubrechen)? Ich habe mir da was überlegt.

Als ich den Eulenpullover aus der Malabrigo Chunky für den Lanade-Blog gestrickt habe, habe ich vorab lange überlegt, welche Farbe ich nehme. Da man aber gerade diese handgefärbten Geschichten am Monitor schlecht beurteilen kann und bei diesem Modell das Eulenmuster erkennbar bleiben sollte, habe ich die Auswahl schlichtweg Lanade-Chefin Carolin überlassen. Sie hat das Garn in allen Farben vorliegen und kann am besten beurteilen, was sich für das Projekt gut eignet, dachte ich.

Das Ergebnis kennt ihr ja – die Farbe „Tuareg“, die Carolin ausgewählt hat, hat nicht nur gut zu den Zopfmustereulen gepasst, sondern mir auch total gut gefallen. Ich selbst hätte vermutlich etwas in Grün oder Rosa ausgewählt … mal wieder. Das leuchtende Blau ist dagegen etwas ganz anderes, was ich vermutlich nie selbst in den Warenkorb gelegt hätte. Oder nur nach einem Lottogewinn, der ohnehin den Aufkauf des gesamten Lagerbestands von Lanade nach sich gezogen hätte.

Und deshalb möchte ich die Farbe meines nächsten Projekts von euch bestimmen lassen! Kein Scheiß. Ihr dürft abstimmen und das Ergebnis wird gestrickt, ohne Wenn und Aber. Folgendes Modell wird es werden:

nymph

Forest Nymph“ von Garnstudio Drops wird eigentlich zweifädig aus Farbverlaufs-Sockengarn und Mohair gestrickt. Weil ich von Mohair aber zum Tier werde (und zwar keins von der niedlichen Sorte), stricke ich die Tunika aus der Drops Alaska, die auf die gleiche Maschenprobe kommt. Folgende Farben möchte ich euch zur Auswahl geben:

farben

Alles Vier sind Farben, die ich sonst so gut wie nie verstricke. Kein Grün, kein Rosa, kein Rot, kein Türkis. Oh Mann, das fühlt sich eigenartig an. Ich wäre aber mit jeder dieser vier Farben okay, nehmt also keine Rücksicht auf mich. ;-)

Ihr könnt aber zusätzlich auch gerne andere Farben aus der Farbpalette des Garns vorschlagen. Ich stehe dazu: Was die Mehrheit kriegt, das stricke ich! Am Sonntag, den 22.11. wird das Garn bestellt. In echt.

Okay, tief durchatmen … und los!

Malabrigo Chunky und das Bottom-up Dilemma

Ich durfte wieder für Lanade stricken! Diesmal mit der großartigen Malabrigo Chunky, die unglaublich weich, unglaublich schön und unglaublich schnell verstrickt ist. Ich habe daraus den „Owls“ Pullover gestrickt – Garn und Pullover könnt ihr ausgiebig auf dem Blog von Lanade bewundern.

Für euch hier bei mir habe ich mir einen kleinen Tipp aufgehoben, auf den ich beim Stricken des Pullovers gestoßen bin. „Owls“ ist nämlich ein sogenanntes Bottom-up-Modell, das heißt, es wird von unten nach oben gestrickt und ist damit das Gegenteil vom Top-down wie z.B. der RVO, der Raglan von oben, den man in den meisten Strickanleitungen heute hat.

Bottom-up hat viele Vorteile: Man strickt die Ärmel einzeln und kann sie so nebenher überall da stricken, wo man keinen riesigen Strickkorb hin mitnehmen möchte. Und man umgeht das Motivationstief des Top-downs, wenn man den Körper endlich fertiggekriegt hat und dann noch zwei Ärmel stricken muss. Es gibt aber auch einen großen Nachteil beim Bottom-up, der mich bisher immer zur Top-down-Fraktion getrieben hat: Wenn man sich nicht sicher ist, ob man ausreichend Garn hat, kann es sein, dass man so knapp kalkuliert, dass der Pullover zu kurz wird. Bei Top-down-Modellen handhabe ich das immer so, dass ich den Körper so weit runterstricke, wie ich auf alle Fälle mit dem Garn hinkommen muss, dann die Ärmel mache und danach den Körper so weit weiterstricke, wie das Garn reicht und es mir gefällt. Beim Bottom-up kann es allerdings vorkommen, dass ich am Ende noch fast ein ganzes Knäul übrig habe und den Pullover auch gern länger hätte, aber einfach nichts mehr daran ändern kann, wenn ich ihn nicht tatsächlich nochmal komplett neu stricken will. Und das will ich sicher nicht, da kann der Pullover noch so toll sein.

Das ist es, was ich das Bottom-up-Dilemma nenne. Und ich habe eine Lösung dafür gefunden. Schaut her!


Der Trick heißt: Provisorischer Maschenanschlag. Ein Bottom-up-Pullover wird vom unteren Saum her hochgestrickt. Aber statt die Maschen normal anzuschlagen, häkle ich eine Luftmaschenkette mit gleicher Maschenanzahl aus einem Garn mit vergleichbarer Maschenprobe und nehme meine Pullovermaschen daraus auf. Wichtig: Man muss durch das Maschenglied auf der Rückseite der Kette gehen! Oder später eine Schere und viel Geduld bereithalten.

 Aus den aufgenommenen Maschen habe ich dann den Pullover nach Anleitung hochgestrickt, allerdings ohne das Bündchen. Meine Berechnungen hatten ergeben, dass ich für die Anleitung auf jeden Fall genung Garn habe, schlimmstenfalls hätte ich also das Bündchen nachträglich angefügt und hätte das gleiche Ergebnis wie das Modell in der Anleitung gehabt. Hätte ich aber mehr übrig, könnte ich den Pullover verlängern. Und zum Glück hatte ich tatsächlich mehr übrig, der Pullover wäre mir sonst zu kurz gewesen.

Ich habe also nach dem Abketten des Halsausschnitts die Maschen des provisorischen Anschlags wieder aufgenommen und dann die Luftmaschenkette entfernt. Wenn man immer schön das rückseitige Maschenglied erwischt hat, geht das wunderbar.

  
 Dann habe ich einfach weitergestrickt, nun logischerweise von oben nach unten. Der Übergang ist absolut unsichtbar, solange man ein bisschen mit der Fadenspannung beim provisorischen Maschenanschlag aufgepasst hat. Eine Handbreit habe ich noch drangestrickt, dann das Bündchen gearbeitet und dann abgekettet. Und jetzt ist die Länge perfekt! :D

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