Der große KnitPro-Report

 Wie versprochen habe ich dieses Wochenende endlich meine Stricknadelsammlung zusammengekramt, um einen kleinen Rundgang durch das Sortiment von KnitPro zu machen. Nur noch kurz vorab: Wenn ich irgendwelche Namen verdrehe oder ihr eine falsche Nadel im Bild entdeckt, schreit einfach. Ich finde die vielen Linien von KnitPro leicht unübersichtlich und musste ein paar Mal nachforschen, was ich da eigentlich im Nadelmäppchen habe. 

Legen wir los. 

KnitPro Symfonie

  

Die bekanntesten Nadeln von KnitPro, denke ich. Sie bestehen aus geschichtetem, gefärbtem und sehr glatt polierten Birkenholz, sind leicht und wunderschön. Mir ist noch keine einzige Nadel zerbrochen, nichtmals beim dünnen 2,5er Nadelspiel, zu dem sicherheitshalber immer noch eine 6. Nadel mitgeliefert wird. Ich stricke mit den Symfonie-Nadeln sämtliche Garne und würde sie immer wieder kaufen und jedem Anfänger empfehlen. 

KnitPro Symfonie für andere Hersteller

  

Zumindest reime ich mir das so zusammen. Nadeln aus dem gleichen Holz mit der gleichen Schichtstruktur und dem gleichen Schraubsystem gibt es (meines Wissens) auch von vier weiteren Herstellern in etwas anderen Farbvarianten. Im Bild seht ihr die Variante für Lana Grossa in Blau-Dunkelbraun und meine absoluten Lieblingsnadeln von Knit Picks in Blau-Grün (ich liebe sie. ICH LIEBE SIE!). Nicht in meinem Besitz sind die Nadeln von Prym (Braun-Dunkelbraun) und Drops (warum eigentlich nicht? Skandal!). 

KnitPro Cubics Rose

  

Man muss ja alles mal ausprobiert haben. Die Cubics aus Rosenholz muss ich trotzdem nicht nochmal haben. Ich gebe zu, viereckige Nadeln klingen lustig. Sind sie aber nicht. Die Kanten drücken sich mir unangenehm in die Finger und von dem Nadelspiel habe ich mir schon ein paar fiese Splitter geholt. Es gibt die Cubics auch aus Alu, aber eigentlich müssen Stricknadeln für mich echt keine Ecken haben. Manche sagen, sie stricken damit fester, ich nicht. 

Rosenholz als Material allerdings ist sehr schön anzufassen. 

KnitPro Bamboo

  

Ah, Bambus. Ich habe eine Menge Billig-Nadelspiele aus Bambus, deshalb habe ich mir auch irgendwann mal die KnitPro Nadelspitzen der Bamboo-Reihe zugelegt, als ich irgendein Garn gestrickt habe, das auf den Symfonienadeln zu flutschig war (Baumwolle? Ich weiß es nicht mehr). Daumen hoch! Glatt, leicht und warm in der Hand. Warum das Gewinde vergoldet ist habe ich nicht verstanden, sieht aber nett aus. Wenn jemand für wenig Geld ein KnitPro Starterset kaufen wollte, würde ich diese Serie empfehlen. 

KnitPro Carbonz

  

Carbonfaser ist das Zeug, aus dem Formel-1-Wagen, Raumschiffe und anderes Superhightechzeug hergestellt wird, weil es superleicht, superunkaputtbar und superwissenschaftlich ist. Und KnitPro hat Stricknadeln daraus gemacht, Hell Yeah! 

Ich bin leicht zu begeistern. Die Carbonz können nichts, was Alunadeln nicht auch können, außer dass sie etwas leichter sind. Viele haben Probleme mit unsauberen Übergängen zwischen Metallspitze und Carbonschaft, wovon ich zum Glück noch nichts entdeckt habe. Trotzdem könnte ich auch ohne diese Nadeln leben. (Tue ich aber nicht.)

KnitPro Trendz

  

Ich dachte die ganze Zeit, die hießen Spectra. Oder gibt es zwei Sorten davon? Wie dem auch sei: Ich mag sie nicht. Reines Plastik, entschuldigung, Qualitätsacryl, in bunten Farben und durchsichtig. Hübsch anzusehen, aber richtig fies in der Hand und durch viel zu spitze Spitzen auch fies zum Garn. Warum zur Hölle habe ich mir letztens noch das Nadelspiel dazugekauft?

KnitPro Zing

  

Über diese Nadeln habe ich ja schon in meinem letzten Beitrag berichtet, deshalb hier nur noch mal in Stichworten: Klingklong, pfff, pah! Sie sind hübsch lackiert (jede Stärke eine eigene Farbe!), aber im Vergleich zu den Holznadeln schwer und die Nadelspiele machen einen Höllenlärm beim Stricken. Die Spitzen sind übrigens nicht angesetzt wie bei den Carbonz, sondern einfach nur unlackiert, die Maschen gleiten also wenigstens gut drüber. Wenn irgendwann die Nadelspitzen zum Aufschrauben rauskommen gebe ich den Zings vielleicht noch mal eine Chance, aber die Nadelspiele sind für mich vom Tisch. Trotz der schönen Farben. 

KnitPro Nova

  

Die absoluten Basicnadeln aus Metall. Habe ich auch irgendwann mal für ein unflutschigen Garn gekauft. Was ich an ihnen mag: Sie bestehen aus einem Stück, das heißt der Schaft endet direkt im Gewinde. Rein vom Design her finde ich das sehr schön. Nicht schöner als blau-grün gefärbtes Birkenholz, aber schön. 

Was habe ich ausgelassen?

Die einzige KnitPro Serie, die ich noch gern hätte, ist die Dreamz. Auch geschichtetes Birkenholz (glaube ich!), aber einfarbig eingefärbt mit einer eigenen Farbe pro Stärke. Also praktisch das Beste aus Symfonie und Zing. Gibt es leider nur im Set zu kaufen und wie ihr euch mittlerweile vermutlich denken könnt, habe ich schon fast alle Stärken. Mehrfach. 

Dann gibt es noch ein paar Basis-Serien. Basix heißen die, in Birke und Alu, ganz einfache Geschichten. Vermutlich habe ich sogar Nadelspiele davon in meiner Sammlung, kann sie aber einfach nicht von den No-Name-Nadeln unterscheiden. Sorry, KnitPro. 

Was haben andere?

  

Ich bin sehr früh zu den KnitPro Symfonie-Nadeln gekommen und habe deshalb allein schon aus Geldgründen gar nicht erst mit den anderen großen Systemen wie Addi, Chitta Chaochao ChiaogooWIEAUCHIMMER angefangen. Nur bei Nadelspielen bin ich ab und an mal fremdgegangen. Meine Lieblinge sind da die kurzen Nadelspiele von Lana Grossa (die vielleicht auch von KnitPro hergestellt werden? Ich weiß es echt nicht) aus Aluminium (blau) und Birke (rosa!). Hat vermutlich was mit den Farben zu tun. 

Außerdem liebe ich mein billiges Nadelspiel aus Bambus, auch wenn es schon ganz verbogen und nachgedunkelt ist. Bambus ist einfach ein tolles Material und mit meinen treuen Sockennadeln stricke ich auch im Dunkeln. 

Die schwarzen Nadeln sind die teuersten Nadeln, die ich habe. Die Marke heißt Susanne’s glaube ich und die Nadeln bestehen aus Ebenholz, das bei der Herstellung von Musikinstrumenten übrig geblieben ist. Ein Traum! Unglaublich leicht, wahnsinnig glatt und tiefschwarz. Irgendwann kaufe ich mir auch noch eins von ihren Nadelspielen aus Rosenholz. Vielleicht um diese grässlichen Zings zu ersetzen. 
 

Und jetzt kommen sie alle husch zurück in ihr Bettchen. Gute Nacht, Nadeln!

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11 Gedanken zu “Der große KnitPro-Report

  1. Deine Sammlung kann sich ja sehen lassen, besonders gut gefallen mir die Knit picks in Blautönen, kannst du mir sagen, wo man die her bekommt. Auf der Website von Knit picks ist zu lesen, das sie nicht nach Deutschland versenden und im Netz habe ich auch keinen anderen Anbieter gefunden.
    Liebe Grüße
    Bettina

    • Huhu Bettina, die blau-grünen Nadeln gab es mal ganz kurze Zeit über Amazon, da habe ich sofort zugegeriffen. Jetzt finde ich sie da aber leider auch nicht mehr. Ich halte aber die Augen offen und sage Bescheid, wenn ich sie irgendwo nochmal finde.

      • Falls das noch interessant ist: Ich war gestern in einem Wolllädchen für Katia-Wolle und da wurde mir gesagt, dass Katia mit KnitPro als Partner zusammen arbeitet und genau dort habe ich die blau-grünen gekauft. Also vielleicht mal auf der Seite von Katia schauen! Ganz liebe Grüße

  2. Da hast du aber eine ordentliche Sammlung!
    Die meisten meiner Nadeln sind nch die ollen von Oma, mit dem dicken Kabel und aus Metall. Mittlerweile ersetze ich aber fast immer die Nadel, die ich gerade für ein Projekt brauche durch Bambus oder Holz.

  3. Nicht schlecht, Deine Sammlung! Ich habe auch ein paar Serien von KnitPro ausprobiert und besitze Nadeln aus den Reihen Symphonie, Nova und Dreamz (das kleinere Set habe ich mir vor einem halben Jahr gegönnt und finde die unterschiedlichen Farben pro Größe wirklich sehr angenehm). Ausprobieren würde ich gerne noch die Bambus-Reihe, die anderen interessieren mich nicht so sehr. Dann lieber die neuen Olivenholznadeln von Addi…
    Meine schönsten Nadeln sind übrigens von KnitPicks – ich liebe die blau-grüne Maserung ebenso wie Du!
    Viele Grüße, Katharina

  4. Die blaugrünen Nadelspitzen sind ja hübsch! Auch das Rosenholz sieht gut aus. Am allerbesten gefallen mir aber die Nadeln aus Ebenholz, da schlägt das Herz gleich schneller :-D

    • Ja, die ist extrem praktisch! :) Zufällig auch von KnitPro und über Amazon und eBay zu kriegen. Such da einfach mal nach „KnitPro“ und „Tasche“ oder „Etui“, dann siehst du direkt mehrere Modelle.

  5. Schöne Sammlung :-) Ich habe damals mit den Symfonies angefangen, als es noch von KnitPicks war und in der EU noch nicht als KnitPro lief. Mittlerweile sind ja wirklich viele Varianten hinzugekommen. Wahnsinn.

    Die meisten Nadelspitzen habe ich von den normal bunt-gestreiften. Die sind okay, aber gelegentlich habe ich schon Qualitätsprobleme mit der Verbindung zwischen Nadel und Metallhülse gehabt – nicht ganz sauber montiert, es bleibt immer der Faden hängen, das kleine Loch nicht ganz entgratet usw. Aber es ist besser geworden. Mein einziges Problem: Mir sind die Nadeln meist zu spitz. Autsch. Die Nova-Spitzen aus Metall mag ich auch gern, zumal sie sehr preiswert sind. Meine Favoriten sind die Bambus-Spitzen. Leider ist hier die Verfügbarkeit irgendwie nicht so toll. Man muss im Internet ganz schön suchen.

    Die eckigen Nadeln sind übrigens nicht wirklich aus Rosenholz, sondern heißen nur ihrer Farbe wegen so, sonst wäre sie deutlich teurer ;o) Bin aber genau deiner Meinung: eckige Nadeln brauch ich persönlich jetzt nicht. Mir liegen die total bescheuert in der Hand und drücken dauern irgendwo. Ganz unangenehm.

    Von den Zings habe ich mir gerade vor ein paar Tagen eine Rundnadel gekauft. Vom Aussehen her, Gewicht und Seil her gefallen sie mir gut. Allerdings habe ich probiert, darauf Shetland-Garn zu stricken und es war ekelig. Das Garn rutschte gar nicht und ich habe die Gravur der Nadelstärke so extrem gespürt. Schade :-/

    In letzter Zeit habe ich verstärkt meine alten Rundstricknadeln rausgeholt. Die haben auch so ihre Vorteile. Keine Rumschrauberei, alles sitzt fest, nix wackelt. Die klassischen Addis sind einfach gut, auch nach 15 oder 20 Jahren. Da kann man nicht meckern. Aber am liebsten nutze ich die Takumi Clover Bambus-Rundnadeln. Die sind so toll. Und für die etwas edleren Momente: Holz&Stein. Die muss jede Strickerin einmal im Leben probiert haben :-) Die Spitzen sind toll (VIEL, VIEL besser als bei Susanne’s) und die Rundnadeln haben keine Metallhülse sondern ein geniales Patent wo das Seil hinten am Ende der Nadeln eingelassen ist. Es gibt sie standardmäßig in Rosenholz, Ebenholz und Veilchenholz. Das wäre mein Tipp für Weihnachten :-D

    Frohes Stricken
    Susan

    • Wie, die eckigen Nadeln sind nicht aus echtem Rosenholz?! Mein Weltbild bricht zusammen! :,-o
      Bei Holz&Stein klingelt was, die werde ich direkt mal auf Wunschlistenpotenzial testen. Danke für den Tipp!

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