KnitPro Zing – eine unglückliche Liebe

Ich bin ja so ein Mensch, der sich endlos über Kleinigkeiten begeistern kann. Ich bin leider auch ein Mensch, der viel Zeit auf eBay verbringt und scheinbar zu viel Geld hat, deshalb ziehen sehr oft bei mir Neuanschaffungen ein, für die meine Umwelt wenig Verständnis hat. Wollt ihr hören, warum 8 Euro für einen Anspitzer absolut gerechtfertigt sind und was der dann Tolles kann? Na gut, überspringen wir das und sprechen lieber über Stricknadeln. 

KnitPro ist ein Hersteller, den man sofort mit diesen wunderschönen mehrfarbigen Birkenholznadeln mit den anschraubbaren Seilen verbindet. Selbstredend habe ich diese Nadeln in vielen verschiedenen Größen und Variationen, probiere aber auch immer wieder gern die anderen Stricknadeln der Marke aus. Bambusnadeln, eckige Rosenholznadeln, Acrylnadeln, Carbonnadeln… wann immer ich einen neuen Satz Rund- oder Strumpfstricknadeln brauche, versuche ich eine neue Variante zu finden, die ich noch nicht hatte. Mit wechselndem Erfolg. 

So jetzt zuletzt bei den neuen KnitPro „Zing“ Nadeln: 

 Sind die nicht hübsch? Eigentlich nur ganz bräsiges Aluminium wie die klassischen, hellgrauen Stricknadeln aus dem Supermarkt auch. Aber jede Stärke hat ihre eigene Farbe! Im Bild seht ihr die Stärken 4,5 (Blau), 3,75 (Lila) und 3,25 (Grün). 

Alltagsgegenstände in bunten Farben – das aktiviert einen Knopf in meinem Kopf, auf dem „Kaufen!“ steht. Dass ich sonst immer mit Holznadeln stricke, hat mich zunächst nicht beunruhigt. Mit Alunadeln bin ich bisher immer zurecht gekommen. Dem großen Glück schien also nichts im Weg zu stehen. Nadeln her, Wolle her, go, go, go! 

 Aber dann kam der große Herzschmerz. Die Nadeln sind so schwer, dass es mich beim Stricken stört. Natürlich sind sie im Vergleich zu normalen Alunadeln immer noch leicht, aber im Vergleich zu Holznadeln haben sie spürbares Gewicht. Mein weiches Merinoärmelchen wird von den Nadeln des Nadelspiels, die beim Stricken gerade ruhen, deutlich runtergezogen. Außerdem schlagen die Nadeln ununterbrochen klimpernd aneinander, was ungemein nervt. 

Nun ist Nadelstärke 4,5 relativ stark. Für Socken sind Zings in 2,5 oder 3,0 vermutlich bedeutend leichter. Auch entfallen die Probleme, wenn man mit der Rundstricknadelvariante (leider bisher nur mit festem Seil, nicht in der Aufschraubvariante erhältlich) strickt. Aber trotzdem – meine Holznadeln bleiben meine erste Liebe!

Habt ihr übrigens Interesse an einer großen Vorstellung aller KnitPro-Nadelarten? Bis auf ein paar Sondereditionen (und diese unsäglichen viereckigen Aluminiumnadeln) habe ich tatsächlich alle hier, wie ich gerade feststelle. 

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15 Gedanken zu “KnitPro Zing – eine unglückliche Liebe

  1. Hi,
    Ich lese deinen Blog jetzt schon eine Weile mit und finde ihn echt klasse!
    Eine Vorstellung der Knit Pro Nadeln fände ich klasse!
    Ich finde die bunten so super! Leider brechen Sie mir in den kleineren Größen ganz gerne mal entzwei…😕
    Liebe Grüße Melissa

  2. Bunte Farben, womöglich noch alle nebeneinander, wecken auch ruckzuck meinen Spieltrieb!
    Liebäugele daher auch mit den bunten Addi Kolibri Nadelspielen, bei denen jede der fünf Nadeln eine andere Farbe hat. Uh, crazy! :-D
    Von Knit Pro bin ich gerade weg, über die hab ich mich doch zu oft geärgert…

  3. Ich habe hier ein Sammelsorium an Stricknadeln. Darunter auch Knit Pro aus Holz zum verschrauben mit Seilen. Die aus Holz oder Bambus sind mir die liebsten, mit Metall auf Metall habe ich das Problem, dass das Geräusch direkt in die Zähne geht -.-
    Hast Du vielleicht sonst eine Empfehlung für Geräuschempfindliche Ohren?

    Davon ab, sind die aus Holz morgens im Bus nicht so kalt zum Stricken^^

    • Das stimmt, Metallnadeln können sehr kalt werden. :-D Geräuschtechnisch finde ich Bambus wirklich am angenehmsten. Etwas lauter klackernd aber dafür sehr schön klingend finde ich mein Nadelspiel aus Ebenholz. Dieses Holz ist gefühlt genauso leicht wie Bambus, aber so glatt wie Birke. Ein Traum, leider aber auch sehr teuer.

  4. Hallo! Ich habe gerade vor zwei Wochen die Zing in Sockenstärke bestellt, weil ich bei Holz Angst habe sie durchzubrechen und Bambus sich so biegt. Außerdem finde ich mein Maschcenbild zu locker (und mit den Mininadeln in 2,0 … hilfe!). Bisher bin ich zufrieden, wenn ich die Socke fertig habe mache ich mal einen Maschenbildvergleich. Aber für größere Nadelstärken bleibe ich bei Holz und Bambus, fühlt sich einfach schöner an und hört sich besser an.

  5. Musste total grinsen bei der Beschreibung Deiner Neuanschaffungen. Drei mal darfst Du raten, wie das bei mir aussieht ;) Danke auch für den ersten Eindruck von den Zings. Ich habe auch schon mit denen geliebäugelt – genau mein Beuteschema – habe allerdings noch gezögert, nachdem ich mit den Carbonz richtig ekelige Erfahrungen gemacht habe. In 2,5 mm für Socken waren diese für mich nicht zu gebrauchen, da von der Metallspitze zum Carbon ein merklicher Übergang war und ich immer zuppeln musste, um meine Maschen da drüber zu bekommen. Geht für mich gar nicht. Ist das bei den Zings auch so?

    Das Geklimper der Alunadeln stört mich persönlich weniger, aber so ab 3,5 bis 4 mm ist das schon recht laut, da der Hohlkörper=Klangkörper doch schon beachtlich ist. Ich habe ein schönes Set Alu-Nadeln von Susan Bates hier (so schön bunt!) das mag ich auch nach all den Jahren immer noch gerne. Ansonsten sind die Bambus-Spitzen von KnitPro mein absoluter Favorit unter den Wechselspitzen. Die Spectra finde ich furchtbar. Das Garn rutscht da nicht und es lösen sich jetzt so nach und nach alle Plastikspitzen von den Gewindehülsen.

    Ein für mich oft zu wenig beachteter Aspekt bei der ganzen Nadelei sind immer die Spitzen. Ich habe für normales Stricken gerne etwas stumpfere Spitzen, sonst piekse ich mir die Finger wund. Da ist KnitPro leider nicht so mein Favorit, außer bei den Bambus und die Naturals, die gehen halbwegs. Für richtig entspanntes Stricken nehme ich immer die Clover Bambus Rundnadeln. Die haben nicht so eine olle Hülse am Seilübergang.

    Du siehst, auch ich kann Romane zu den Thema schreiben, da würde sicher auch ein Vergleich der verfügbaren Spitzen/Nadelarten durchaus seine Leser finden :)

    Liebe Grüße
    Susan

    • Oje, ich sollte aufhören, Werbung für die Carbonz zu machen. Anscheinend habe ich das einzige sauber verarbeitete Nadelspiel! Bei den Zing merke ich gar keinen Übergang zwischen Spitze und Rest, aber vielleicht gibt es da auch so große Schwankungen…? Ansonsten Bamboo top, Spectra flop, sehe ich genauso. :-P
      Mein großer KnitPro-Beitrag kommt definitiv, da kann ich ja von euch noch jede Menge dazulernen!

      • Na ich seh schon, probieren werde ich die Zings definitiv :) Sieht mir auch so aus, als ob das eine rein farbige Sache wäre mit den Spitzen. Vielleicht probiere ich mal die Rundstricknadeln, für die habe ich am meisten Verwendung. Weiterhin frohes Stricken :-)

  6. Hallo, das ist ein ganz interessanter und nett geschriebener Blog. Ich dachte schon ich wäre Größenwahnsinnig, nur weil ich mir 2 Nadelsets kaufen möchte :-) Puh, da bin ich ja beruhigt.
    :-)

    • Ach Marry, es gibt doch so viele gute Argumente, um Stricknadeln zu kaufen! Zum Beispiel:
      – Man will doch später den Enkeln keinen Billigschrott vererben;
      – Schöne Dinge benutzt man viel lieber und öfter als olle Dinge;
      – Man unterstützt den regionalen Einzelhandel;
      – Hey, besser Stricknadeln als Drogen!

  7. Unglückliche Liebe – das kenne ich. Besonders wenn es um KnitPro geht. Meine Nadelspiele in pink und blau sind total ausgeblichen. Leider nicht rundum sondern nur da, wo sie dem Licht ausgesetzt waren. Ärgert mich, aber KnitPro (mit denen ich dazu gemailt habe) zeigt sich uneinsichtig: Schlecht eloxiert – ja (das geben sie zu), Ersatz – nein.
    Und deshalb würde es mich sehr interessieren wie es Dir und Deinen Zing-Nadelspielen übers Jahr so ergangen ist.

    • Bisher gut – weil ich sie kaum benutze. Ich warte allerdings schon ungeduldig auf die anschraubbaren Nadelspitzen, die dann mehr zum Einsatz kommen würden. Dass sie ihre Farbe verlieren klingt allerdings gar nicht gut! :,-(

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