Drops loves me!

Endlich darf ich euch erzählen, woran ich in den letzten Tagen gearbeitet habe!

Ich habe die neue Drops Loves You #6 testen dürfen. Das ist das neue limitierte Garn von Garnstudio Drops. Wie die 5. Edition (die ich ja schon hier und hier gezeigt und geliebt habe) besteht es aus recycelter Baumwolle und hat dadurch einen leicht rustikalen, pastelligen Look. Trotzdem ist sie wunderbar weich und absolut vergleichbar mit der Drops Safran, auch hinsichtlich der Stärke.

Gestrickt habe ich daraus diesen Pullover …

… und mehr dazu erzähle ich euch diesmal nicht hier, sondern auf dem Blog von Lanade! Dort durfte ich nämlich diesmal als Gastbloggerin auftreten und bin deshalb etwa eine Woche lang vor Aufregung im Dreieck gesprungen. Bis hin zur Kassiererin im Supermarkt habe ich vermutlich auch schon jedem „ich werde Gastbloggerin bei Lanade!“ entgegengerufen, dem ich in den letzten zwei Wochen begegnet bin. Sonst wäre ich geplatzt.

Entsprechend schnell war der Pullover auch gestrickt. Gelernt habe ich bei diesem Projekt: Zwischendurch Fäden vernähen lohnt sich. Und zweifädig zweifarbig stricken kann ganz schön gut aussehen.

 Wer es also nicht ganz so bunt treiben will wie ich kann sich bei diesem Garn allemal überlegen, einen ganz simplen 0815-Pulli in glatt oder kraus rechts mit zwei verschiedenen Farben zu stricken. Im Bild seht ihr die Kombis (beginnend oben links im Uhrzeigersinn) Jeansblau & Flieder, Seegrün & Natur, Jeansblau & Natur, Türkis und Flieder. Das Ganze strickt sich mit Nadelstärke 5+ rasend schnell und ist superangenehm zu tragen, selbst für Mimosen wie mich.

Ach ja, und habe ich erwähnt, dass das Garn nur 1,- € pro Knäul kostet?

Review: The Knitter’s Handy Book of Top Down Sweaters

Ich habe in meinem letzten Beitrag erwähnt, dass ich meinen aktuellen Cardigan nach dem Buch The Knitter’s Handy Guide of Top Down Sweaters stricke. Auf Wunsch aus der Leserschaft und weil das Buch eine ausführlichere Besprechung absolut verdient, zeige ich euch heute etwas mehr daraus. Hier ist es:

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Zugegeben nicht sehr sexy, aber unglaublich praktisch. Das Buch dreht sich um Oberteile, die in einem Stück von oben nach unten gestrickt werden. Raglan ist vermutlich das bekannteste Modell, aber es gibt auch noch die Rundpasse, die eingesetzten Schultern und die Sattelschultern.

Der Clou ist, dass hier ein Baukastensystem für jede Variante in den gängigsten Größen, den gängigsten Garnstärken und den gängigsten Kragenarten geliefert wird. In der Praxis sind das viele, viele Tabellen, durch die man aber recht verständlich durchgeführt wird. So sieht beispielsweise meine aktuelle Seite aus:

Man beginnt bei jedem Schultertyp mit der gewünschten Größe auf der einen Achse (hier: Brustumfang 101,5 cm) und der vorliegenden Maschenprobe (hier: 4 Maschen pro Inch, also 16 Maschen auf 10 cm) und erhält als erstes die Anzahl der anzuschlagenden Maschen (nicht im Bild, habe ich ja schon hinter mir). Die nächsten Tabellen zeigen dann, wieviele Zunahmen welcher Art ich für wieviele Reihen machen muss. Dann kommen die Auswahlmöglichkeiten: Welcher Kragen? Pullover oder Cardigan? Taille oder keine Taille?

Das Buch schickt einen je nach Wahl quer durch den Tabellenwald, sagt einem zwischendurch aber netterweise immer wieder, wieviele Maschen man gerade vor sich haben sollte. In der Praxis ist das Ganze dann sehr viel übersichtlicher, als es zuerst den Anschein hat. Kragenvarianten, Knopfleistentipps und ähnliche Details, die erklärungsbedürftiger sind, haben eigene Kapitel.

Außerdem gibt es nützliche Hinweise, die man als Stricker immer gebrauchen kann:

Insgesamt würde ich das Buch als eines der praktischsten bezeichnen, die ich jemals in die Finger gekriegt habe. Ein bisschen Erfahrung sollte man aber mitbringen, um beurteilen zu können, ob das auch alles beim Stricken so wird, wie man sich das vorstellt. So ein Universalbuch kann natürlich nicht jede erdenkliche Variante abbilden. Wer also z.B. einen tieferen V-Ausschnitt oder einen Rollkragenpullover mit Riesenrollkragen stricken will, muss schon selbst tüfteln. Für Designer und Experimentierfreudige ist das Buch aber eine echte Fundgrube, weil man sich mit den Basisgerüsten natürlich mustermäßig wunderbar austoben kann. Ich blättere oft das Buch durch und denke an die unbegrenzten Möglichkeiten, die sich dadurch bieten. Sie sind so unbegrenzt, dass ich dann meistens gar nicht mehr weiß, was ich stricken soll, und wieder zu meiner Mustersammlung zurückkehre, bei der mir einfach jemand sagt, welches Design ich stricken soll.

Das kann das Buch aber natürlich auch:

Auf Deutsch gibt es das gute Ding leider nicht soweit ich weiß. Wer sich daran nicht stört kann definitv von diesem Buch profitieren.

Fette Beute

Ahoi, ihr Landratten! Wenn ich in den letzten Tagen nichts von mir habe hören lassen, dann weil ich mich irre lachend in Wolle gewälzt habe, die ich am Wochenende zu einem Spottpreis erstanden habe. Und zwar diese hier: 

Merino mit Kaschmir!  Offenbar wird das Garn bald nicht mehr hergestellt, deshalb war es auf 2,50 pro Knäul reduziert. Ich verrate aber nicht wo, denn ich beabsichtige in den nächsten Tagen nochmal hinzufahren und alles aufzukaufen, was ich in die Finger kriege. Muahaha!

Meine Freude ist natürlich völlig selbstlos, ich stricke daraus nämlich einen Cardigan für meine Mutter (Mama, wenn du das liest: Klick mal bitte schnell hier und lies nicht weiter bis zu Geburtstag hattest). Die Anleitung für den Cardigan nehme ich aus diesem Buch:

Darin befinden sich in erster Linie Tabellen für die empfohlenen Maschen- und Reihenmengen in jedem Schritt verschiedener Oberteilvarianten, die von oben nach unten in einem Stück gestrickt werden, jeweils gestaffelt nach den gängigsten Garnstärken und Konfektionsgrößen. In meinem Fall: Ein Raglan-Cardigan mit V-Ausschnitt mit 14 Maschen auf 10 cm. Sobald ich mich im Tabellenwust  zurechtgefunden habe, ging es gut voran.

Nur der Armausschnitt kommt mir monströs groß vor. Vielleicht bilde ich mir das aber auch nur ein, denn alle, die ich gefragt habe, finden ihn okay. Wenn ich für mich selbst Oberteile stricke, werden die Ärmel meistens so eng, dass ich mich mühsam mit den Armen reinfriemeln muss – das ist natürlich auch nicht optimal.

Wie habt ihr eure Ärmel am liebsten? Weit oder eng?

Matchy matchy, baby!

Mein Match&Move Tuch ist nun schon seit einigen Tagen fertig und ich hätte es euch schon früher gezeigt, würde sich das Biest etwas einfacher fotografieren lassen. Irgendwie wollte es aber nie so richtig aufs Bild – und wenns mal doch ging, fehlte die Sonne oder der Fotograf oder der Fotoapparat oder das Make-up. Drama, Drama, Drama!

Ich hab es dann jetzt mal so probiert:  

„Biest“ ist natürlich absolut unberechtigt, denn das Tuch ist ein Traum. Jeweils etwas über 100 gr Malabrigo Mora (Maulbeerseide) und Alize Bamboo Fine (Bambus) machen es federleicht und so weich, dass sogar ich nicht meckern kann. Kann man mit Bildern vermitteln wie weich etwas ist? Schaut euch einfach das folgende Bild an und denkt an Labradorbabies. Dann seid ihr nah dran.  

 
Wenn man es ausbreitet ist das Tuch allerdings riesengroß, was ich immer gern habe: 

 Ist das Muster nicht großartig? Und dabei sowas von einfach zu stricken! Ich könnte vermutlich die gesamte Anleitung in zwei Sätzen zusammenfassen, möchte euch aber dringend ans Herz legen, die Anleitung käuflich zu erwerben, weil ich finde, dass Designerin Martina Behm Anerkennung für ihre genialen Kreationen verdient. „Match&Move“ findet ihr hier bei Ravelry: http://bit.ly/1iGgECz

Natürlich habe ich schon wieder etwas Neues auf den Nadeln. Wollt ihr mal linsen? 

 Das Zopfige wird eine warme Strickjacke für den Winter, die ich Fuchs vorsorglich jetzt schon anfange. Und das Bunte ist die brandneue Drops Loves You #6, die für etwas ganz Supertolles und Strenggeheimes ist. Ich darf noch nichts verraten, aber es wird GROSSARTIG! 

Glücklich sein für Anfänger


So, ihr dachtet also, ihr kommt hier mal vorbeispaziert und seht euch ein bisschen Stricken an, wie? Pustekuchen! Ich habe schon auf euch gewartet.

Heut geht es um das Thema Glück. Da gibt es zwar meiner Meinung nach einen direkten Zusammenhang zum Thema Stricken, aber gerüchteweise gehören auch noch ein paar andere Dinge dazu. Ganz grundlegend zum Beispiel, dass man sich die Sache mit dem Glücklichsein nicht selbst verbaut. Viele von uns sind da sehr gut drin.

Natürlich gibt es Kompromisse, die wir alle mehr oder weniger notgedrungen eingehen. Nicht auf die Schauspielschule gehen, sondern BWL studieren, damit man seinen Lebensunterhalt verdienen kann. Nicht um die Welt reisen, weil der Partner nicht mitkommen kann oder will. Nicht mit den Freunden aufs Festival gehen, weil man ein kleines Kind hat. Das sind Entscheidungen, die vermutlich jeder von uns in irgendeiner Form treffen muss, und die uns oft wehmütig davon träumen lassen, wie viel glücklicher wir unter anderen Umständen sein könnten.

Ob man als armer Schauspieler, Single-Reisender oder kinderlose Festivaleule tatsächlich glücklicher wäre oder sich letzten Endes nur aus der Gegenwart wegträumt ist ein Thema für sich. Viel wichtiger finde ich eigentlich die vielen kleinen Gelegenheiten, mit denen man sich tagtäglich das Glücklichsein vergrault. Es sind diese ganz kleinen Beiläufigkeiten, die uns schon so selbstverständlich sind, die aber tatsächlich tief in unserem Inneren die Überzeugung verfestigen, dass wir nicht glücklich sind und es auch nicht verdienen glücklich zu sein.

Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass unser Sprechen unser Denken beeinflusst. Nicht ganz so wissenschaftlich erwiesen, aber von vielen durch eigene Erfahrungen bestätigt ist die Beobachtung, dass Gleiches Gleiches anzieht. Beides lässt mich zunehmend zu der Überzeugung kommen, dass auch ein halbernst dahergegrummeltes „Nichts kann ich richtig machen!“ alles andere als folgenlos für unser Wohlbefinden ist. Mal ganz abgesehen davon, dass es schlechte Laune macht.

Auf wie viele Weisen machen wir uns selbst unglücklich oder verhindern, dass wir glücklicher werden? Ich möchte euch ans Herz legen, es selbst heraus zu finden. Versucht einmal drei Tage lang konsequent folgende Dinge zu tun:

  • Nicht sich selbst beschimpfen. Auch nicht im Scherz und auch nicht in Gedanken. Was ist eine Beschimpfung? Alles, was ihr auch einer guten Freundin, eurer Mutter oder einem Fremden nicht sagen würdet. „Ich bin so dumm“ ist eine Beschimpfung. „Ich bin so dick“ natürlich auch. „Ich Tollpatsch“, „Ich dumme Kuh“, „Ich Eumel“ auch.
  • Nicht jammern. Ich weiß, dass Small Talk dadurch sehr plötzlich sehr viel schwieriger wird, wenn man nicht mehr über das Wetter, die verspätete Bahn oder den Chef meckern kann. Versucht es trotzdem mal. Vor allem in Gedanken! Die „Arme Ich!“ Schiene zieht uns furchtbar runter. Findet stattdessen Wege, das Problem zu lösen oder adressiert eure Unzufriedenheit in Konstruktiver Weise an den richtigen Empfänger!
  • Nicht kleinmachen. „Der Esel nennt sich immer zuerst!“, „Eigenlob stinkt!“ Habt ihr als Kind auch immer die ätzenden Sprichwörter zu hören bekommen? Alles Bullshit, sage ich! Steht zu euren Leistungen, zu eueren Stärken und eurer Wichtigkeit! Zwischen Angeberei und einem gesunden Selbstwertgefühl besteht ein himmelweiter Unterschied. Versucht es mal damit: Auf ein Kompliment mit nichts anderem als „Dankeschön“ antworten, nie mehr mit „Ach was!“, „Ist doch nicht der Rede wert“ oder „Kann doch jeder.“
  • Nicht verstecken. Ich bin mir sicher, wir alle haben mindestens ein Teil im Kleider-, Schuh- oder Schminkschrank, das wir lieben aber niemals tragen. Wir warten auf den richtigen Anlass, die richtige Laune, das richtige Gewicht. Schluss damit! Ob es das alte Metallica-Shirt, giftgrüne Stiefel oder der knallrote Lippenstift ist – wenn es euren Tag schöner, magischer oder aufregender macht, ist das Anlass genug! Wollt ihr euren Kleidungsstil tatsächlich davon bestimmen lassen, was andere eventuell, unter Umständen, heimlich, vermutlich, voraussichtlich denken? Was soll das bringen?
  • Loben! Sagt es frei heraus, wenn ihr etwas gut gemacht habt. Vor allem zu euch selbst, aber auch zu anderen. Wie gesagt, nicht jedes Selbstlob ist gleich Angeberei. Probiert es mal aus! „Das Abendessen ist mir gut gelungen“ ist eine verdiente Feststellung. Genauso wie: „Meine Haare sitzen perfekt!“ Dem Partner macht man auch immer wieder Komplimente, auch wenn man nicht mehr rasend verliebt ist. geht mit euch selbst nicht schlechter um.
  • Mut machen! Wir haben immer die Wahl: Eine schwierige Situation bejammern oder sich ihr stellen. Das geht auch dann, wenn absolut kein Land in Sicht ist. „Ich tue mein Bestes!“ ist eine Aussage, die wahr ist und aufbauen kann. „Ich stehe mir bei, egal was passiert“ kann unglaublich tröstlich sein. „Ich vertraue darauf, dass alles gut ausgehen wird“ kann Kraft spenden wenn die Hölle los ist. Fühlt sich albern an? Dann denkt mal darüber nach, wie viel es bringt, sich die ganze Zeit Sorgen zu machen!
  • Lieb sein! Einem Freund oder einer Freundin machen wir ein Kompliment, weil wir sie oder ihn gern haben und wollen, dass sie oder er sich gut fühlt. Wir sind großzügig und wohlwollend. Warum gehen wir nicht mit uns selbst genauso um? Darf man zu sich selbst etwa nicht genauso lieb sein wie zu anderen? Ist ein Kompliment eine Auszeichung, die man sich verdienen muss? Nein, nein und nochmals nein! Gib dir selbst die Komplimente, die du hören willst. Sage zum Beispiel jedes Mal, wenn du in den nächsten drei Tagen in den Spiegel siehst: „Du bist schön.“ Oder wenn dir das schwer fällt: „Du hast schöne Augen.“ „Du hast schönes Haar.“ „Ich mag dein Lächeln.“ Wenn du dich unwohl damit fühlst, mit dir selbst zu reden, schreib es einfach auf einen Zettel und klebe ihn an einen Ort, wo du ihn oft siehst: An den Spiegel, den Kühlschrank, in deine Geldbörse. 
  • Gutes sehen! Nenne jeden Abend wenn du im Bett liegst drei Dinge, die richtig gut waren an diesem Tag. Sei nicht streng mit dir – die Wäsche gebügelt zu haben ist auch ein Erfolg! Was war noch gut? Was nimmst du für selbstverständlich? Welche negativen Dinge sind ferngeblieben? Was hat dich zum Lächeln gebracht? 

Probiert diese Punkte einfach mal drei Tage lang aus, und sei es nur um zu sehen, wie leicht sie euch fallen. Danach könnt ihr wieder damit weitermachen zu jammern, euch zu beschimpfen und euch selbst zu beschränken – wenn ihr dann noch wollt!