Match & Move (& HavarieTV)

Ich freue mich berichten zu können, dass der Match & Move fleißig vor sich hinwächst und mit jeder Reihe unter Beweis stellt, dass meine Leserinnen ein hervorragendes Stilgespür haben. Ich glaube, von jetzt an lasse ich alle meine Projekte von euch absegnen. :)

Das Muster von Martina Behm ist so simpel wie gut. Im ersten Drittel besteht der Rapport nur aus einer einzigen Reihe, danach muss man sich noch eine zweite Reihe merken. Damit ist das Tuch ein ideales Mitnahmeprojekt, das ich in der letzten Woche größtenteils in der Bahn gestrickt habe.

Dazu passend habe ich hier ein großartiges Video für euch:

Für alle, denen der junge Mann zu schnell spricht oder die sich heimlich auf der Arbeit YouTube-Clips reinziehen und deshalb den Ton auslassen müssen: Er erzählt, dass er in der U-Bahn häkelt und es ihm egal ist, wenn er dafür dumm angeschaut wird. Und dass er glaubt, dadurch mehr Selbstvertrauen und Unabhängigkeit von der Meinung anderer gewonnen zu haben. Weil er in der Bahn häkelt, obwohl das in seinen Kreisen für uncool gehalten wird, fällt es ihm auch leichter Nein zu sagen, wenn seine Freunde einen Joint rumgehen lassen. Großartig! Jeder sollte stricken oder häkeln.

Cardigan „Lace Affair“

Eigentlich wollte ich heute ein sonniges Fotoshooting mit meinem neuen Cardigan machen, aber dank Dauerregen kann ich mir das wohl in die Haare schmieren. Deshalb gibt es leider nur wieder Dolly, die hat bei jedem Wetter gute Laune. 

   
   
Die Anleitung gibt es gratis von Drops, das Garn ist die Drops Loves You #5 in Dunkelgrün, ich sag mal: 12 Knäul. Wer sich die Anleitung ansieht wird nicht umhin kommen zu bemerken, dass der Cardigan eigentlich sehr viel weiter und länger sein sollte. Ich habe keine Ahnung, warum meiner trotz perfekter Maschenprobe so spack geworden ist. Vielleicht stricke ich ab sofort einfach eine Größe größer! Wenigstens habe ich so dazugelernt, dass Baumwollgarn unter Einsatz eines Bügeleisens noch mal etwas nachgibt. Und der Cardigan gefällt mir. 

Damit habe ich zum ersten Mal seit gefühlt 50 Jahren kein Großprojekt auf den Nadeln. Meine schöne Mora wartet auf passende Stricknadeln (und ja, es wird dann ein Match&Move draus), ansonsten bin ich ganz froh, mal sowas wie ein strickfreies Wochenende zu haben. Gibt ja auch noch andere kreative Dinge, die ich eigentlich auch gern mache. Zeichnen zum Beispiel, eine zweite Katze aus den Haaren der ersten klöppeln, die nächste Granny-Decke häkeln und mein größeres Schreibprojekt voranbringen.   

Was macht ihr gern Kreatives, wenn ihr nicht gerade strickt?

Yaaaaaaaaaaayy!

Ich bin schon seit einer Woche ganz hibbelig, weil etwas tolles passiert ist, ich aber warten wollte bis es da ist bevor ich es euch sage: Ich habe Wolle gewonnen!

Ist das toll oder was? Drei Stränge Malabrigo Mora aus 100 % Maulbeerseide! Gewonnen habe ich sie bei einem Gewinnspiel bei Lanade und dass nur zwei Leute für drei Gewinne teilgenommen haben tut meiner Freude keinerlei Abbruch.
Wolle! Gratis! Seide! Ich könnte ausflippen! Vielleicht tue ich das auch gerade.

Die Farbe durfte ich mir aussuchen und eine Maschenprobe habe ich auch direkt mal gemacht. Das Garn ist wahnsinnig zart und geschmeidig, hat dabei aber eine gute Festigkeit. Und die Farbintensität ist fantastisch!

Weil die drei Stränge zusammen etwa 600 Meter haben und das relativ wenig ist, habe ich mal in meinem Lager gekramt und entdeckt, dass das Bambusgarn von Alize die gleiche Stärke hat und sehr gut zur Mora passt. Davon habe ich zufällig auch noch etwa 600 Meter übrig.

Mir schwebt ein unkompliziertes Projekt vor, bei dem ich nicht viel denken und nach Möglichkeit auch nicht viel hinsehen muss. Ein großes, weiches Tuch zum Einkuscheln! Die Strickmuster von Martina Behm sind da großartig, weil sie fast ausschließlich aus rechten Maschen bestehen. Ich habe direkt mal zwei Ideen skizziert, um mir ein Bild vom möglichen Ergebnis und der Farbkombi zu machen:

Das obere Tuch ist das Modell Match & Move, das kraus rechts gestrickt wird und für zwei Farben ausgelegt ist. Das untere ist ein Nuvem, den ich zweifarbig streifen würde (vielleicht wie diese Strickerin hier). Das Schöne am Nuvem ist, dass er schon fast eine halbe Decke ist. Das Match & Move Tuch finde ich aber eigentlich interessanter für die Farben. Was meint ihr?

Trick Nr. 6 für den Maschenanschlag

Nachdem ich euch neulich meine Tipps für den Maschenanschlag verraten habe, habe ich jetzt selbst noch etwas dazugelernt, das ich unbedingt mit euch teilen muss. Die kanadische Bloggerin Laura Chau hat nämlich eine Technik präsentiert, die das Abmessen der richtigen Fadenlänge für den Kreuzanschlag und damit jegliches Vermessen und Ärgern völlig aus der Welt schafft – und das auf so genial simple Weise, dass ich gestern Abend wohl volle 5 Minuten lang mit aufgesperrtem Maul meinen Monitor angeglotzt habe, bevor ich aus vollem Halse „GENIAL!“ gebrüllt habe.

Die Anleitung könnt ihr bei Laura Chau ansehen, aber damit ich euch hier wenigstens irgendetwas zeigen kann, habe ich eine Übersetzung in Kurzform für euch gemacht:

Nehmt aus eurem Knäul das Fadenende von außen und das aus der Mitte des Knäuls.

  

Nun nehmt ihr beide Enden zusammen zur Schlaufe und legt sie auf eure Nadel.

Und los geht’s mit dem Maschenanschlag! Achtet darauf, dass der Faden, der aus dem Inneren des Knäuls kommt, über den Daumen läuft.

Wenn ihr genug Maschen habt, schneidet ihr den unteren Faden (aus dem Knäulinneren) einfach ab und strickt mit dem anderen Faden weiter. Dadurch habt ihr zwar am Ende ein Fädchen mehr zu vernähen, aber nie wieder Sorgen, dass euch das Garn beim Maschenanschlag ausgehen könnte.

Ist das nicht genial? So mache ich das von jetzt an immer!