Tiffy kommt auf Touren

Ich weiß nicht ob es an der Hitze liegt oder ob ich einfach nur langsam bin, aber es kommt mir vor, als würden meine Strickprojekte nur im Schneckentempo wachsen. Ob ich da noch all meine Sommerprojekte fertigkriege, bevor der Sommer fertig ist …?

Damit mal wenigstens irgendetwas bei mir fertig wird, habe ich mich einen Nachmittag zu Tiffy gesetzt. Tiffy ist meine Nähmaschine, die ich euch schrecklich gern zeigen würde, aber nicht kann, weil sie schüchtern ist und ich außerdem vergessen habe ein Foto zu machen. Sie ist jedenfalls keins von diesen Supermodellen, bei denen den Nähbloggerinnen auf ihren hübschen Nähblogs immer vor Aufregung die Garnspule aus dem Nähkästchen hüpft. Aber das ist okay für mich, schließlich kann ich auch nicht so gut nähen wie die großen Nähbloggerinnen. Tiffy und ich sind also in unserer Liga ein gutes Team.

Mein Projekt habe ich aus diesem Buch hier genommen, das mir der Verlag freundlicherweise kostenlos zur Verfügung gestellt hat:

„Einfache Projekte“ fand ich sehr ansprechend. Und da ich als Anfängerin nur auf Stoffvorräte blicken kann, die andere wohlwollend als Reste bezeichnen würden, scheint diese Buch genau richtig für mich zu sein. Mein Favorit war schnell gefunden:

Ein Täschchen für kleine Strickprojekte! Davon kann man nie genug haben. Heißt zwar „Nähtasche“, aber geschenkt.

Sympathisch an diesem Buch finde ich, dass es ohne Schnittvorlagen auskommt. Heißen die so? Ihr wisst schon, diese dünnen Papierbögen im Format und Faltwerk einer ADAC-Deutschlandkarte des Prä-Navi-Zeitalters, auf denen in wilder Strichelei alle Einzelteile in allen Größen eingezeichnet sind, damit man sie auf Stoff übertragen, sich mit der Größe vertun, den Stoff ruinieren und ein Loch ins eigene Shirt schneiden kann. Es überrascht vermutlich niemanden, wenn ich an dieser Stelle verrate, dass ich diesen Prozess als Herausforderung erlebe. Daher fand ich es sehr angenehm, einfach nur ein paar Vierecke ausschneiden zu müssen.

Uuuund ….:

Tädää!
Bah, was bin ich stolz auf meine Tiffy. Kein Faden gerissen, keine Nadel gebrochen, alles tadellos vernäht, was ich durch sie durchgejagt habe. Auch wenn man dem Endprodukt leider an manchen Ecken ansieht, dass ich mit mehr Gewalt als Geduld gearbeitet habe.

Ich muss sagen, dass ich das Stricken (und Häkeln) nach wie vor charmanter finde. Es ist einfach angenehmer für mich, die Arbeitsgeschwindigkeit bei schwierigen Manövern selbst in der Hand zu haben, statt mit einer Maschine zu arbeiten, die mir selbst in der geringsten Geschwindigkeitsstufe noch gefährlich erscheint. Ich bin mir sicher, dass ich mir theoretisch die Hand am Stoff festnähen könnte. Da könnt ihr mir erzählen was ihr wollt! Außerdem macht mich die schnelle Maschine tendenziell ungeduldig. Wenn ein Strickstück lange braucht, dann weil ich langsam stricke. Wenn ich bei der Tiffy den Bleifuß mache, wird aber nichts schneller fertig, eher im Gegenteil.

Das sind natürlich alles Anfängerprobleme, die mit der Zeit vergehen. Ich will meine Tiffy aber auch nicht zu lieb gewinnen. Noch ein kreatives Hobby im Umfang meiner Woll-Liebhaberei verträgt weder mein Konto noch mein Sozialleben!

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5 Gedanken zu “Tiffy kommt auf Touren

  1. Ich fühle mit Dir. Bin sowohl am Nähen (habe am Wochenende endlich mal das Kleid probe genäht um das ich schon so lang rumschleiche) und am Stricken/Knüpfen/Häckeln und was sich sonst so mit Wolle anstellen lässt. Mein Platz im Arbeitszimmer reicht zum bewegen, hin- und herschieben und auch zum Arbeiten. Stoffe und Wolle türmen sich bis zur Decke und quetschen sich in alle sonst freien Ecken, da mein Partner und ich beide auch noch gerne lesen…
    Womit ich bei dem Buch bin und das werde ich doch glatt mal im nächsten Buchladen ansteueren – Stoffreste Projekte sind auch immer schöne Mitbringsel, weil es meist einzigartige Unikate sind^^

    • Und jetzt habe ich glatt vergessen zu sagen, dass ich diese Tasche total klasse finde – langer Tag heute^^ – gut das nur noch der Chor kommt^^
      Wieviel Stoff hast du dafür gebraucht?

      LG Seana
      *leicht verpeilt und im Autopilot*

      • Haha, danke! Wie viel ich gebraucht habe kann ich gar nicht so genau sagen… 5 Eckchen von dem Überschuss der dunkelgrauen Ikea-Gardienen und 9 Eckchen von dem Pünktchenstoff, der letztens in der Simply Nähen dabei war. Alle Teile um die 13×13 cm. Ist das irgendwie hilfreich? :-P

  2. Ja das ist hilfreich :) – Dann habe ich schonmal ne Idee was so gebraucht wird, als ich vor ein zwei Monaten auf Ebay das ein oder andere ergattert habe, war auch ne sehr coole Kiste mit Resten dabei von 5×5 bis sehr groß – die freut sich schon aufs vernäht werden…

  3. Super Tasche! Und die Stoffauswahl ist so viel schicker als bei der Vorlage im Buch!
    Hin und wieder nähe ich auch kleine Dinge…und jedesmal fällt mir wieder auf, dass mir das exakte arbeiten nicht liegt, Stoffteile ausschneiden und so. Und dann immer der ganze Kram (und Platz!), den man braucht…da bleibe ich lieber beim Stricken!

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