Maschen verzopfen ohne Zopfnadel

Ich stricke gern Zopfmuster. Zopfnadeln allerdings finde ich etwas nervig, weil sie ständig entweder verloren gehen oder sich beim Verzopfen der Maschen irgendwo verkanten oder sonstwie hängen bleiben. Deshalb verzichte ich so weit wie möglich auf diese kleinen Biester und verzopfe ohne Hilfsnadeln. Ich habe keine Ahnung, ob diese Technik weit verbreitet ist oder nicht, aber ich zeige sie einfach mal.

Beispiel: ein Zopfmuster über drei Maschen. Die Masche ganz links soll über die beiden rechten Maschen gezopft werden. Hier das Ganze noch auf der linken Nadel:

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Wenn man mit einer Hilfsnadel arbeitet, würde man jetzt die rechten beiden Maschen aufgreifen und sich überlegen, ob sie vorne oder hinten verlaufen sollen, und sie dann in die entsprechende Richtung stilllegen, um die dritte Masche zu stricken.
Bei mir wird jetzt aber die rechte Nadel zur Hilfsnadel und ich gehe genau andersherum vor: ich überlege mir, ob die ganz linke Masche vorne oder hinten herum verlaufen soll, und steche dann auf der entsprechenden Seite ein.

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Dann ziehe ich alle drei Maschen von der linken Nadel. Die zwei äußeren Maschen hängen jetzt frei in der Luft. Aber keine Panik, wenn man nicht die Nerven verliert, kann überhaupt nichts passieren.

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Die greife ich mir jetzt nämlich mit der linken Nadel. Und zwar von hinten, denn die beiden Maschen sollen ja hinter der von links kommenden Masche verlaufen.

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Und jetzt kommt auch die eine Masche, die ich mit der rechten Nadel festgehalten habe, zurück auf die linke Nadel. Die drei Maschen sind jetzt alle in der richtigen Position, um abgestrickt zu werden. Das war einfach!

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Und eine Verzopfung von rechts nach links? Geht ganz genau so, nur andersrum.

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Der linke Teil des Zopfmusters soll hinten herum verlaufen, deshalb steche ich mit der rechten Nadel von hinten ein. Und dann runter mit den drei Maschen.

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Oh, oh, oh, nicht bewegen! Nicht atmen!

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Okay, Leftie hat die Masche im Griff!

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Jetzt kommen die beiden Maschen von der rechten Nadel zurück auf die linke und dann kann weitergestrickt werden!

Meiner Erfahrung nach lassen sich damit Muster über bis zu vier Maschen problemlos verzopfen. Ab sechs Maschen wird es dann irgendwann zu fummelig und die Hilfsnadel muss wieder her, genauso wie bei besonders dünnem Garn, das sich bei diesen Freiflugmanövern gern zu winzigen Maschen zusammenzieht, die man nicht mehr mit der Nadel aufgegriffen kriegt. Aber bei mindestens 80% aller Projekte, die ich stricke, funktioniert diese Technik wunderbar.

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