Das Baumwollgarn ist da, der Sommer kann kommen

So fängt der Tag schon mal gut an:

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Garnstudio Drops hat ein neues limitiertes Garn aus der Reihe „Drops loves you“ herausgebracht. Während die bisherigen Editionen immer Alpaka oder etwas ähnlich kratziges enthielten und mich daher nicht interessierten, hat mich die Drops loves you #5 aufhorchen lassen: 100 % Recycelte Baumwolle. Zu 1,- € das Knäul!
Ich habe also mal eine Kleinigkeit bestellt…

Von der Stärke her ist das Garn relativ dick, etwa 17 Maschen auf 10 cm und daher praktisch identisch mit der Drops Paris. Der Griff ist auch nicht unbedingt kuschelweich, aber da Baumwolle ja sehr strapazierfähig ist, gibt sich das bestimmt mit dem Tragen und Waschen.
Diesen Pullover habe ich für das Rosa im Blick:

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Was man hier nicht sieht: Der Rücken ist offen und wird im Nacken mit einem Bändchen verschlossen. Sehr süß!

Auch direkt mitbestellt habe ich mir die dünnere Drops Cotton Light (50/50 Baumwolle und Poly) für einen Häkelpullover:

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Häkelmode ist immer so eine Gratwanderung, aber dieses Modell hat mich angesprochen. Vom Prinzip her versetzte Granny-Square-Stäbchenblöcke, falls das Sinn macht. Ist unglaublich einfach zu häkeln, auch wenn das Garn richtig biestig ist und extrem schnell zerfasert. Aber ich nehme an, wenn dieses Garn in dieser schönen Farbe zu diesem spottbilligen Preis auch noch ordentlich verzwirnt wäre, würde ich völlig überschnappen. Das geht also schon klar.

Maschen verzopfen ohne Zopfnadel

Ich stricke gern Zopfmuster. Zopfnadeln allerdings finde ich etwas nervig, weil sie ständig entweder verloren gehen oder sich beim Verzopfen der Maschen irgendwo verkanten oder sonstwie hängen bleiben. Deshalb verzichte ich so weit wie möglich auf diese kleinen Biester und verzopfe ohne Hilfsnadeln. Ich habe keine Ahnung, ob diese Technik weit verbreitet ist oder nicht, aber ich zeige sie einfach mal.

Beispiel: ein Zopfmuster über drei Maschen. Die Masche ganz links soll über die beiden rechten Maschen gezopft werden. Hier das Ganze noch auf der linken Nadel:

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Wenn man mit einer Hilfsnadel arbeitet, würde man jetzt die rechten beiden Maschen aufgreifen und sich überlegen, ob sie vorne oder hinten verlaufen sollen, und sie dann in die entsprechende Richtung stilllegen, um die dritte Masche zu stricken.
Bei mir wird jetzt aber die rechte Nadel zur Hilfsnadel und ich gehe genau andersherum vor: ich überlege mir, ob die ganz linke Masche vorne oder hinten herum verlaufen soll, und steche dann auf der entsprechenden Seite ein.

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Dann ziehe ich alle drei Maschen von der linken Nadel. Die zwei äußeren Maschen hängen jetzt frei in der Luft. Aber keine Panik, wenn man nicht die Nerven verliert, kann überhaupt nichts passieren.

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Die greife ich mir jetzt nämlich mit der linken Nadel. Und zwar von hinten, denn die beiden Maschen sollen ja hinter der von links kommenden Masche verlaufen.

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Und jetzt kommt auch die eine Masche, die ich mit der rechten Nadel festgehalten habe, zurück auf die linke Nadel. Die drei Maschen sind jetzt alle in der richtigen Position, um abgestrickt zu werden. Das war einfach!

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Und eine Verzopfung von rechts nach links? Geht ganz genau so, nur andersrum.

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Der linke Teil des Zopfmusters soll hinten herum verlaufen, deshalb steche ich mit der rechten Nadel von hinten ein. Und dann runter mit den drei Maschen.

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Oh, oh, oh, nicht bewegen! Nicht atmen!

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Okay, Leftie hat die Masche im Griff!

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Jetzt kommen die beiden Maschen von der rechten Nadel zurück auf die linke und dann kann weitergestrickt werden!

Meiner Erfahrung nach lassen sich damit Muster über bis zu vier Maschen problemlos verzopfen. Ab sechs Maschen wird es dann irgendwann zu fummelig und die Hilfsnadel muss wieder her, genauso wie bei besonders dünnem Garn, das sich bei diesen Freiflugmanövern gern zu winzigen Maschen zusammenzieht, die man nicht mehr mit der Nadel aufgegriffen kriegt. Aber bei mindestens 80% aller Projekte, die ich stricke, funktioniert diese Technik wunderbar.

Zwei plus Zwei gleich Ääähhh

Wollt ihr mal einen absolut präzise berechneten Garnverbrauch sehen? Ich habe beim Umrechnen des Musters für den Vitamin D Cardigan von feiner Merinowolle auf etwas plüschigere Alpaka-Merino mein ganzes mathematisches Geschick walten lassen, um dann mit dem letzten Knäul Wolle auf den Punkt genau auszukommen:

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Und dann ist mir eingefallen, dass mein linker Arm nicht 40 cm kürzer als der rechte ist. Habe ich vorher noch nie so richtig drüber nachgedacht. Tja, naja.

Insgesamt bin ich noch extrem unentschieden wegen des Cardigans. So sieht er jetzt aus:

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Am Anfang habe ich das plüschige Garn für eine ganz tolle Idee gehalten, aber jetzt befürchte ich, dass ich darin selbst wie ein riesengroßes Plüschtier aussehen werde. Dadurch, dass das Garn so leicht ist, will die offene Front auch nicht so richtig fallen, aber vielleicht hilft da noch das abschließende Bad etwas nach. Wenigstens stimmt die Schulterbreite!

Achtung, glatt!

Ich darf melden, dass der Vitamin D Cardigan wacker vor sich hinwächst und auf dem Wege der Vollendung ist:

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Das Muster besteht im Wesentlichen aus clever gruppierten Maschenzunahmen in Form von Lochmustern sowie Keilen aus verkürzten Reihen, um dem Ganzen eine interessante Form zu geben. Was mich aber wirklich begeistert, ist wie gleichmäßig mir das glatt rechts Stricken gelingt! Die linke Seite sieht ganz wunderbar ebenmäßig aus, wie ich es früher nie hingekriegt habe.

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Der Trick besteht einfach nur darin, dass ich bei den Rückreihen den Faden doppelt um den linken Zeigefinger wickle und dadurch mehr Fadenspannung habe. Am Ende der Reihe ist die Fingerspitze dann zwar lila, aber egal.

Damit eröffnen sich für mich ganz neue Möglichkeiten. Glatt rechts Gestricktes war für mich immer etwas, was ich tunlichst vermieden habe, weil ich keine Sachen produzieren wollte, die aussehen, als hätte die Katze sie gestrickt. Etwa 80 % aller Cardigans fielen darunter – die kann ich jetzt alle stricken!
Also habe ich direkt mal einen kleinen Spaziergang durch die Musterarchive von Ravelry gemacht und ein Strickmuster gefunden, das ich vollständig mit Garn stricken kann, das ich schon hier habe:

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„Stripes gone crazy“, jede Menge glatt rechts und verkürzte Reihen, perfekt für zwei Sommergarne, die ich vor Jahren gekauft und halbherzig angestrickt habe (Lang Yarns Moina und Lana Grossa Lace Silky). Ich bin gespannt!

Strickhelfer Teil 3

Ich dachte ja, ich hätte alles, was es an sinnvollen Strickhelfern auf dem Markt gibt. Aber dann hat man mir in meinem Strickclub das hier gezeigt:

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Der rote Regler wird auf die Zahl der Maschen eingestellt, die ein Garn auf 10 cm braucht. Die Zahlen im Fenster des Reglers zeigen dann, wieviele Maschen man für 1 cm, 5 cm, 50 cm etc. braucht. Total überflüssig für alle, die rechnen können. Perfekt für mich.

Was ich schon seit einiger Zeit habe und heiß und innig liebe, ist dieses Körbchen:

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Was es kann? Ganz einfach: meinen ganzen Kleinkram zusammenhalten, den ich für ein Projekt brauche.

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Dann noch Anleitung und Garn rein und ich muss nicht mehr 20 Gänge machen, wenn ich vom Strickzimmer ins Wohnzimmer umziehen will.

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Beim Stricken bleibt das Knäul im Körbchen, wo es friedlich vor sich hinkugeln kann statt vom Sofa zu rollen, zehn Meter Strecke zurückzulegen und die Katze anzurempeln, die sich daraufhin vor Schreck fast in die Hose macht („fast“, weil sie keine Hose trägt. Zu meinem Leidwesen).

Ich gebe zu, eigentlich wollte ich eine von diesen wunderschönen Garnschalen haben. Aber ich konnte mich noch nicht dazu überwinden, so viel Geld für etwas auszugeben, was mit schwindelerregender Wahrscheinlichkeit nach spätestens zwei Wochen vom Sofa fällt, in tausend Teile zerspringt und damit wieder die Katze unglücklich macht. Vielleicht versuche ich selbst mal eine aus Fimo zu machen. Hat das schon mal jemand von euch gemacht?

Im fabelhaften und wunderschönen Plastikkörbchen befindet sich übrigens derweil mein Vitamin D Cardigan, den ich schon mal aus Drops Alpaca angeschlagen und dann wieder gramvoll vernichtet habe. Diesmal nehme ich ein Garn, das nicht gleich jede Unregelmäßigkeit im Maschenbild herausbrüllt und außerdem schön flauschig ist. Nur der Name ist etwas sperrig. Aufgepasst: es ist die Lana Grossa Alta Moda Super Baby Fine. Aber nicht die Lana Grossa Alta Moda Super Baby Fine Degradé, nur die Lana Grossa Alta Moda Super Baby Fine. Super Alta Grossa Lana Fine. Alta Baby Moda. Grossa Grossa. Ich kann nicht mehr aufhören!
Schnell ein Bild:

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