Bloombloom

Schon seit ein paar Tagen ist mein grüner Bloomsbury-Pullover fertig und ich habe ihn noch gar nicht gezeigt! Das kann nur daran liegen, dass er so gut geworden ist, dass ich ihn schon gar nicht mehr geistig als selbstgestrickt abgespeichert habe. Meine selbstgestrickten Pullover haben immer irgendwo Löcher oder kneifen unter den Armen oder sitzen blöd – dieser hier nicht. Außerdem ist das der erste Pullover, mit dem ich noch nicht von Ehepartnern/Kollegen/Freunden ein unsicher-wohlwollendes „Ah, selbstgestrickt?“ geerntet habe. Ich zweifle langsam tatsächlich daran, ob ich mir nicht nur eingebildet habe, ihn gestrickt zu haben.
Aber es ist kein Etikett dran. Ich habe nachgesehen.

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Eigentlich handelt es sich bei diesem Modell um eine ganz einfache Raglan-Konstruktion mit einem Ajourmuster an den Ärmeln und am Rücken. Gegen Ende wurde es fast schon etwas langweilig zu stricken.

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Muster: Bloomsbury von Svetlana Volkova
Garn: Lana Grossa Bingo in 206 Oliv meliert, knapp 13 Knäul
Nadelstärke 4,0

Da ich noch etwas von diesem wunderschönen Garn übrig habe, mache ich mir noch eine Mütze daraus. Zu Weihnachten habe ich nämlich ein ganz wunderbares Strickmusterbuch bekommen, das nach grünem Garn schreit:

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Melier me!

Ich weiß nicht, wie das bei euch ist, aber ich stelle fest, dass sich meine Vorliebe für Garnfärbungen immer wieder verändert. Als Anfängerin im Bereich des Strickens habe ich mich strikt an einfarbig durchgefärbte Garne gehalten. Ich hatte genug damit zu tun, die Maschen in Zaum zu halten ohne mir ein Auge auszustechen, da hätten wilde Farbkombinationen nur gestört.

Als ich die Grundlagen des Strickens im Griff hatte, habe ich selbstmusterndes Garn entdeckt und es für die beste Erfindung seit geschnittenem Brot gehalten. Es macht bunte Streifen! Ganz von allein! Was kann es besseres geben?
Der nächste Trend in meiner Strickstube war dann handgefärbtes Garn, auch wenn er nicht lange angehalten hat. Meine Begeisterung dafür muss irgendwann im Laufe der zwei Wochen verschwunden sein, in denen meine Küche durchdringend nach nasser Wolle und kochender Kinderbrause gestunken hat, in der ich einen Strang Sockenwolle gefärbt habe. Auch wenn das Garn hinterher sehr schön aussah.

Jetzt habe ich eine neue Liebe: meliertes Garn! Ich weiß gar nicht, wie ich das die ganze Zeit ignorieren konnte. Meliertes Garn ist lebendig, aber trotzdem dezent. Glatt rechts verstrickt ist es interessant, wirkt aber in Zopf- oder Ajourmustern nicht ablenkend.
Im Grandpa Cardigan habe ich schon die Lana Grossa Cool Wool Big in diesem wunderschönen Rotbraun mit schwarzer Melierung verstrickt (Farbe 309 „Deep Tan“):

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Nun ist bei mir die Lana Grossa Alta Moda Super Baby Fine eingezogen (geht’s noch umständlicher mit der Benamung, Lana Grossa?). Die Farbe heißt „010 Petrol“ und ist eine vibrierende Mischung aus Türkis und Dunkelgrün, die sich gar nicht richtig fotografieren lässt:

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(Ich weiß, ich wollte kein Alpaka mehr kaufen, aber das hier ist Babyalpaka und nur 27 % und piekst ganz bestimmt nicht!)

Und dann ist da noch die Lana Grossa Bingo Mélange in „206 Olive“, ein Spontankauf im Internet, der sich als Überraschungserfolg entpuppt hat:

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Dieses Garn wird übrigens auch schon fleißig verstrickt zu dem wunderbaren „Bloomsbury“ Pullover nach einer Anleitung von Svetlana Volkova.

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Eine ganz clevere Raglanvariation mit Ajourmuster, bei der ich am Anfang einen kollossalen Denkfehler gemacht habe (fragt nicht, ich kann einfach nicht rechnen), nur um dann festzustellen, dass das nichts macht, weil die Konstruktion ganz simpel ist und der Fehler im Laufe der Schulterzunahmen ganz einfach ausgeglichen werden kann. Und jetzt, da die Ärmel stillgelegt sind, ist alles ganz einfach. Das Muster ist echt gut!

Der Grandpa Cardigan

Wenn ihr auf Fotos des fertigen Grandpa Cardigans wartet, muss ich euch leider enttäuschen. Ich habe das Teil gebadet, getrocknet und mit einer Knopfleiste versehen – aber dann haben kleine Feen in der Nacht den Cardigan gestohlen und gegen dieses Wunderwerk ausgetauscht:

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Dieser Cardigan ist einfach perfekt. Es sind eintausend Strickfehler drin, aber er ist perfekt. Der Sitz! Das Garn! Das Muster! Ich kann immer noch nicht glauben, dass ich das gestrickt haben soll. Und dann sehe ich die fünfundneunzigtausend Verzopfungen und erinnere mich plötzlich wieder sehr gut daran, das gestrickt zu haben. Aber das war es wert.

Besonders gut gefällt mir der I-Cord-Abschluss der Knopfblende:

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Der geht ganz einfach, braucht nur etwas mehr Zeit als das normale Abketten. So wird’s gemacht:
(1) Am Anfang der Reihe 3 Maschen anschlagen
(2) 2 rechts, 2 rechts zusammen (nämlich die dritte frisch angeschlagene Masche plus die erste Masche der Reihe)
(3) Jetzt nicht wenden, sonders die drei Maschen von der rechten auf die linke Nadel heben.
(4) Und wieder von (1) an beginnen. Ja, dabei wird der Faden hintenrum zur ersten Masche geführt, aber mit ein bisschen Fadenspannung zieht sich das alles von selbst zurecht.

Mache ich garantiert noch öfter. Die Abschlusskante, meine ich, nicht den Cardigan. Den ziehe ich jetzt nie wieder aus.

Tieeef durchatmen!

Äh ja, frohes neues Jahr. Mir ist gerade aufgefallen, dass 2015 schon wieder eine Woche alt ist. Hätte ich aber auch übersehen können, weil ich seit Weihnachten gefühlt non stop mit dem Grandpa Cardigan beschäftigt bin. Hier der aktuelle Zwischenstand:

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Ich glaube, wenn ich in der nächsten Zeit irgendwem mit Flechtfrisur begegne, wird es eine unschöne Szene geben, die nur in Tränen enden kann. Ich will keine Zöpfe mehr sehen!

Aber damit bin ich was den Cardigan angeht zum Glück auch fertig. Jetzt werden die Fäden vernäht, dann wird das Teil gebadet, damit sich das Muster entspannt und aus dem Puppenkleidchen hoffentlich, hoffentlich, HOFFENTLICH etwas wird, wo ich auch reinpasse. Und dann stricke ich die Blende mit der Knopfleiste an, je nach Passform des Cardigans zwischen 5 und 50 cm breit.

Drückt mir die Daumen!

(Kleiner Spoiler: Ich habe den Cardigan Anfang der Woche schon mal unter dem Beistand meines Strickzirkels anprobiert. Ich passe rein!)