Das ist das Ende (des Jahres)

Die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr ist immer etwas unwirklich, finde ich. Man hat die grosse Futter- und Feierwelle hinter sich und wartet eigentlich nur noch auf die Silvesterparty. Eine Zeit, die sich wie ein Sonntagnachmittag anfühlt, irritierenderweise aber mehrere Tage dauert. Passend dazu liegt bei uns alles im dicken Nebel:

IMG_2318.JPG
Mein Mann und ich sagen immer scherzhaft, wir wohnen in Silent Hill. Aber dann habe ich doch immer heimlich Angst, im nächsten Moment könne irgendein dreibeiniges Schlagmichtot mit Schleimstacheln aus dem Nebel gekrochen kommen. Vor allem, wenn die Sirenen der nahe gelegenen Feuerwache losgehen, die genauso klingen wie im Film bzw. Computerspiel.
Daher bleibe ich lieber zuhause und freue mich, endlich wieder Zeit für meine eigenen Strickprojekte zu haben. Der Pullover ist endlich fertig geworden:

IMG_2319.JPG
Vielen Dank an dieser Stelle nochmal an alle, die mir das Alpakagarn ausgeredet haben! Mein guter Strickvorsatz für 2015 lautet, nur noch Garn zu verwenden, das ich garantiert vertrage (egal wie günstig irgendetwas im Internet ist). Habt ihr gute Vorsätze?

Einen guten Rutsch wünsche ich euch allen. :)

Advertisements

GESCHENK X!

Was mich angeht: Weihnachten ist gelaufen. Mein Wollprojekt des Jahres ist verpackt, verschenkt, ausgepackt und ins Herz geschlossen worden. Sollte ich also morgen vom Blitz getroffen werden und mich vor dem legendären Himmelstor wiederfinden, bin ich sicher, dass Petrus oder wer auch immer da Dienst schieben mag wohlwollend lächeln und sagen wird: „Du hast deinen Teil gehäkelt auf dieser Welt, Kind, schreite durch das Tor und erfreu dich an unserem himmlischen Wollvorrat.“

Aber der Reihe nach.

Begonnen hat alles vor nunmehr 6 Monaten, als ich beim Stöbern durch das Woll- und Häkelmusterangebot von Garnstudio Drops plötzlich den absoluten Geistesblitz für ein Geschenk für meine beste Freundin hatte. Weihnachten war damals noch weit entfernt, doch das war mir nur recht. Dieses Projekt brauchte etwas Zeit.

Sofort wurde bunte Wolle bestellt…

20140607-093339-34419914.jpg

…und zu Häkelquadraten verarbeitet.

20140709-221930-80370294.jpg

 

Und noch mehr Häkelquadrate…

IMG_1997.JPG

 

…und noch mehr Häkelquadrate…

IMG_2001.JPG

…UND NOCH MEHR HÄKELQUADRATE…

IMG_2004.JPG

…die ich dann alle zusammengehäkelt habe zu der großartigsten Häkeldecke, die je gehäkelt wurde!

IMG_2129.JPG

IMG_2127.JPG

Das Teil ist der Wahnsinn, wirklich. Durch den Farbverlauf hat jedes Quadrat eine andere Farbe. Und dadurch, dass es eigentlich eine Sockenwolle ist, kann man die Decke auch ganz einfach in die Waschmaschine werfen. Aber Hauptsache ist natürlich, die Decke gefällt der Empfängerin. :)

Hier die Eckdaten:
Häkelmuster: Bohemian Oasis (aka. Drops 124-1)
Garn: Drops Delight, 12 Knäul (Farben quer durchs Sortiment), Drops Fabel in Schwarz, 4 Knäul
Häkelnadel: 4,5
Arbeitsdauer: 5 Monate (brutto; Pausen müssen bei so einem Projekt einfach sein!)
Maße: ca. 1,60 x 1 m, vermutlich größer nach der ersten Wäsche
Tipp: Wer bei jedem Häkelquadrat sofort die Fadenenden vernäht erspart sich viiiiele Tränen. GLAUBT MIR!

Und jetzt, wo ich mein Opus Magnus zur Welt gebracht habe, kann ich eigentlich die Strick- und Häkelnadeln wegpacken und meine Handarbeitskarriere abschließen. Ich denke, ich arbeite nur noch die Projekte auf meiner Top-Liste ab. Die zwei, drei… hundert.

Aaaaaaaahhhhh….!

Solcherart war der Aufschrei der Erleichterung, als ich am Wochenende endlich das letzte große Strickstück für Weihnachten abgekettet hatte. Der „Schief gewickelt“ Loop aus 900 Metern Farbverlaufsgarn ist nämlich eine Menge Arbeit. – knapp 60.000 Maschen, um nur einige zu nennen. Aber absolut lohnenswert:

IMG_2253.JPG

Ich hatte das gleiche Modell schon mal für mich gestrickt und kannte deshalb die Tücken schon. Als notorischer Linksmaschendrückeberger habe ich mich auch erneut über meinen fabelhaften Trick gefreut, die glatt links gestrickten Partien mit rechten Maschen zu stricken, indem ich die Arbeit einfach gewendet habe. Das funktioniert nur, wenn man in der Runde strickt, dafür aber ganz einfach:

1. Bis zu der Masche stricken, mit der eine Runde glatt links beginnen soll.
2. Faden vor die Arbeit.
3. Nächste Masche auf die rechte Nadel heben.

IMG_2236.JPG
4. Faden hinter die Arbeit legen.
5. Masche zurück auf die linke Nadel heben.

IMG_2238.JPG
6. Die gesamte Arbeit wenden.
7. Ganz normal rechte Maschen weiterstricken.
8. Hurra!

Bei diesem Modell kommen dann noch ab und an Lochreihen und außerdem der Möbiusanschlag hinzu. Zu genau will ich das nicht erklären, weil es sich um eine kostenpflichtige Anleitung handelt und ich der Meinung bin, dass die Erfinderin für dieses geniale Teil absolut ihr Geld verdient. Ihr findet die Anleitung bei DaWanda und Ravelry. :)
Und ich muss euch zum Abschluss noch eine Nahaufnahme zeigen. Dieser Loop ist einfach perfekt für dieses Garn („Rosengarten“ von 100farbspiele.de):

IMG_2255.JPG

Wenn ich dafür nicht Mamas Lieblingskind werde, weiß ich es auch nicht! Aber ich bin zuversichtlich, dass ihr der Loop gefallen wird. Außderdem bin ich ja zum Glück Einzelkind, das erleichtert das Ranking etwas.

Strickhelfer (Teil 2!)

Und weiter geht’s mit dem Rundgang durch die Welt der Strickhelferchen.  Nachdem wir in Teil 1 die Basics durchgegangen sind, kommen wir nun zu den spezielleren Gadgets.

 

Nadellehre

IMG_2227.JPG

Was sie kann: dir sagen, welche Stärke deine Nadel hat. Das steht zwar auch immer auf den Nadeln drauf, kann aber im Laufe der Zeit unleserlich oder schlichtweg übersehen werden. Die Nadellehre funktioniert da ganz einfach: In welches Loch die Nadel passt, die Stärke ist’s. Die Version auf dem Bild hier hat außerdem noch ein Linial, ein Maschenprobenfenster und einen Fadenschneider mit drin. Ich vermisse nur noch den Korkenzieher.

Top: Hilft ungemein, wenn man ein Nadelspiel aus 5 Bambusnadeln gleicher Stärke aus einem Wust von 30 Bambusnadeln heraussuchen will, die nur um eine halbe Stärke variieren.

Nicht so Top: Liegt nie dort, wo man sie gerade bräuchte.

Alternative: Keine?

Wenn meiner Nadellehre eines Tages die Löcher ausleihern: kaufe ich eine neue. Aber vermutlich eine kleinere.

 

Zopfnadel
IMG_2228.JPG
Was sie kann: Maschen festhalten während man ein Zopfmuster strickt.

Top: Durch den Knick kann man die Zopfnadel guten Gewissens an den Maschen baumeln lassen, während man die anderen Maschen des Zopfes strickt.

Nicht so Top: Wieder so ein Teil, das man eher selten braucht und dann ewig suchen muss.

Alternative: Zahnstocher, Strumpfstricknadel.

Wenn alle meine Zopfnadeln verschwunden sind: kaufe ich keine neuen. Man kann den gleichen Effekt mit einer Strumpfnadel erzielen und kleine Zöpfe über bis zu 4 Maschen stricke ich völlig ohne Hilfsnadel. Soll ich dazu mal ein Tutorial machen?

 

Bömmelmaker
IMG_2229.JPG
Was er kann: Bömmel machen! Als Kind habe ich das noch so richtig handwerklich gelernt, mit Papperingen und ewiger Fummelei. Dieses Wunderding dagegen lässt sich in alle erdenklichen Richtungen auf- und ausklappen und superfix umwickeln. Ratzfatz ist der Bömmel fertig für die Mütze!

Top: Das Teil spart echt Zeit und Nerven.

Nicht so Top: Man braucht für jede Bömmelgröße einen eigenen Maker.

Alternative: Pappe und viel Langeweile.

Wenn meine Bömmelmaker irgendwann ausgebömmelt haben: nachkaufen! Auch wenn ich nie mehr einen Bömmel mache, ich würde trotzdem einen haben wollen. Zum in-alle-Richtungen-auf-und-zuklappen.

 

Strick-Fingerhut (heißen die so?)
IMG_2230.JPG
Was er kann: die Fäden beim mehrfarbigen Stricken auseinanderhalten. Ich berichtete schon mal darüber.

Top: Das Ding ist ein Segen!

Nicht so Top: Verknotungsgefahr. Wenn man erstmal eingeschirrt ist, sollte man plötzliche Bewegungen vermeiden.

Alternative: Übermenschliche Fingerfertigkeit.

Wenn mein Strick-Fingerhut eines Tages versehentlich in einen Pulli eingestrickt wurde: würde ich vermutlich einen neuen kaufen. Ich weiß nur nicht, ob ich nochmal mehrfarbig stricken würde. Aber das ist wohl mein persönliches Drama.

 

Nadelhalter

IMG_2231.JPG

Was er kann: ein Nadelspiel zusammenhalten und die Maschen am Runterrutschen hindern, z.B. wenn man sein Strickprojekt transportieren möchte.

Top: gibt’s als Bärchen, Handschühchen, Söckchen und anderen süßen Designchen.

Nicht so Top: rutscht selbst schon mal von der Nadel. Kann verloren gehen.

Alternative: Ein bisschen Sorgfalt beim Transport des Strickzeugs.

Wenn meine Nadelbärchen eines Tages ins Nadelbärchenland aufbrechen würden: würde ich ihnen nicht nachweinen. Diese hier habe ich bei irgendeinem eBay-Deal als Dreingabe bekommen und nutze sie eigentlich nie.

Wollnadeln
IMG_2222.JPG
Was sie können: Fadenenden schnell und ohne Gefummel vernähen. Und natürlich Nähte zunähen.

Top: In die Nylonschlaufen gehen auch dicke Wollstärken ohne Anlutschen und Wutanfall rein.

Nicht so Top: Bei dünnen Garnen wiederum viel zu dick!

Alternative: Die gute alte Stopfnadel aus dem Supermarkt. Oder eine kleine Häkelnadel, solange es nur um die Fadenenden geht.

Wenn alle meine Wollnadeln zu Knookingnadeln umschulen: nehme ich halt wieder Stopfnadeln. Die Teile sind ein nützlicher Luxus, aber ohne gehts auch.

 

Habt ihr noch Hilfsmittel oder Zubehör, das ihr empfehlen könnt?

Strickhelfer (Teil 1)

Es wird vielleicht nicht besonders überraschen, dass ich im Moment bis über beide Ohren im Geschenkestricken stecke. Und da es noch etwas dauert, bis ich wieder etwas Sehenswertes vorzeigen kann, dachte ich mir, ich gebe mal wieder etwas Lehrreiches aus meiner Strickerfahrung zum Besten.

Beim letzten Sockenwolleinkauf stand ich eine geraume Weile vor der Auswahl an Strickhelferchen und -zubehör um zu schauen, ob es nicht noch irgendetwas Nützliches gibt, was ich gebrauchen könnte. Und bei den meisten Sachen habe ich mich gefragt: Ja, braucht man das denn wirklich? Was mich zu der Idee gebracht hat, mal einen kritischen Blick auf meine eigene Strickklimbimsammlung zu werfen. Vielleicht hilft es ja auch dem einen oder anderen von euch. ;-)

Stricknadeln mit austauschbaren Seilen

IMG_2226.JPG
Was sie können: immer die passende Seillänge an die passende Nadelstärke anschrauben.
Top: liegt auf der Hand. Man kann die Rundnadel an das Projekt anpassen.
Nicht so top: die Teile schrauben sich schon mal gern beim Stricken auf und klemmen dann Maschen ein. Kann man mit leben.
Alternative: klassische Rundstricknadel. Buuuuh!
Wenn ich nochmal bei Null anfangen würde: würde ich alle Nadeln und Seile wieder kaufen, aber dann vermutlich nur die Bambusvarianten, nicht Birke, Metall oder Acryl. Aber das ist Geschmackssache.

Maschenmarker

IMG_2223.JPG
Was sie können: eine Stelle im Strickstück markieren, indem sie auf der Stricknadel mitgeführt oder in eine Masche eingehakt werden. So verpasst man nicht den Rundenbeginn oder den Punkt für die Taillenabnahmen im Pullover.
Top: sie funktionieren.
Nicht so top: Maschenmarker verschwinden unglaublich schnell in Sofaritzen, Hosenaufschlägen und Katzenpfoten. Die billigen Variaten, die man sich aus China zuschicken lassen kann, zerbrechen außerdem leicht.
Alternative: Wollrestchen, Dichtungsringe, Sicherheitsnadeln, Büroklammern… man findet immer irgendetwas, das im Notfall als Maschenmarker herhalten kann.
Wenn alle meine Maschenmarker verschwunden sind: kaufe ich aus reiner Faulheit neue, aber dann die in der Form von offenen Kringeln, weil man die sowohl in Maschen einhaken wie auch auf der Nadel mitführen kann.

Stift & Papier

IMG_2233.JPG
Das können sie: Notizen zum Strickprojekt helfen enorm wenn es an die zweite Socke geht oder man einfach nur nach einer längeren Pause wieder einsteigen will.
Top: ist klar, oder?
Nicht so top: unleserliches Gekritzel und Kaffeeflecken helfen dann doch nicht weiter.
Alternative: keine, wenn man nicht mit einem photografischen Gedächtnis gesegnet ist.
Wenn ich in der Zeit zurückreisen könnte: würde ich zu jeden Projekt nich viel genauere Notizen machen und ein richtiges Stricktagebuch anlegen. Jetzt ist es zu spät!

Handarbeitsschere

IMG_2232.JPG
Was sie kann: schneiden (Überraschung!). Hier geht es vor allem darum, auch unterwegs was zu haben, um mal schnell einen Faden durchschneiden zu können.
Alternative: Hände und Zähne? Ich glaube, ich kann nichtmals einen Wattebausch zerreißen.
Wenn alle meine Handarbeitsscheren verschwinden würden: würde ich nicht extra eine neue kaufen. Ich würde auf mein Taschenmesser zurückgreifen, das macht Eindruck im Strickkurs!

Reihenzähler

IMG_2224.JPG
Was er kann: sich merken, wie viele Runden, Reihen oder Rapporte man schon gestrickt hat. Gibt es zum Aufstecken auf die Nadel, mit Schlaufe zur Verwendung als Maschenmarker oder als große Variante zum Umhängen.
Top: perfekt für Vergessliche. Und mich. Ich habe mindestens 7 Stück in Gebrauch und noch einmal so viele in den Sofaritzen, Hosentaschen und Katzenverstecken dieses Haushalts.
Nicht so top: siehe oben, gehen gern verloren. Und wenn man nicht aufpasst verstellt man das Zählwerk versehentlich und verstrickt sich dementsprechend. Vertraue keiner Maschine!
Alternative: Strichliste an der Wand wie die Knackis im Gefängnis. Supergehirn. Reihen selber zählen. Es gibt keine Alternative!
Wenn alle meine Reihenzähler futsch sind: kaufe ich sofort neue. Ohne geht hier gar nix!

Maßband

IMG_2225.JPG
Was es kann: mir sagen, dass ich noch nicht fertig bin mit stricken. Schönen Dank.
Alternative: das gute alte Fingermaß. Wenn ich meine Hand spreize, habe ich ungefähr 20 cm von Daumen- bis Kleinfingerspitze, außerdem 5 cm von Zeigefingerspitze bis zum zweiten Gelenk und bis durch zum Fingerknöchel sinds 10 cm. Praktisch, aber doch eben nur ungefähre Maße, deshalb messe ich immer nochmal richtig nach.
Wenn mein Mann wieder mal alle meine Maßbänder stehlen würde um Möbel auszumessen: würde ich sie mir zurückholen. NOTFALLS MIT GEWALT!
Wenn mein Mann mit meinen Maßbändern nach Tasmanien durchbrennen würde: würde ich mir eine Zentimeterskala auf die Hand tätowieren lassen und fortan für jede Herausforderung im Leben gefeilt sein. Vielleicht sollte ich das auf jeden Fall tun?

Teil 2 folgt in Kürze, dann mit den wirklich interessanten Hilfsmitteln für Strickerinnen!

Ein Traum wird wahr!

Ihr werdet nicht glauben, was heute passiert ist. Nach zwanzig Jahren Verspätung ist nun endlich meine Zulassung für Hogwarts angekommen! Ich komme natürlich in Gryffindor.

IMG_2211.JPG
Sagts nicht dem Ministerium für Magie, aber ich habe schon mal ein bisschen zaubern geübt. Sockenwolle verkleinern zum Beispiel:

IMG_2209.JPG
Oder Socken vergrößern:

IMG_2210.JPG
Und eine Hexenkatze hab ich auch. Auf gehts zum Hogwartsexpress!

IMG_2208.JPG

Frohes Nikolaus euch allen :-D