Anleitung: Mütze stricken ohne Maschenprobe

Als ich neulich meine Liste der zu strickenden Weihnachtsgeschenke aufgestellt habe, wollte ich mich natürlich sofort frisch ans Werk machen. Doch dann kullerte mir aus dem Wollkorb ein vergessen geglaubtes Knäul Zitron Nobel Art in der handgefärbten Variante „Herbstlaub“ entgegen und ich konnte nicht anders als an Ort und Stelle eine Mütze daraus zu stricken. Wer weiß, wie lange es überhaupt noch Herbst ist? Außerdem habe ich hier die Anleitung für euch festgehalten, damit ich nicht allzusehr das Gefühl habe, mich vor der eigentlichen Arbeit zu drücken. Ich bin produktiv!

Also auf geht’s. Wir stricken eine Mütze, die mit jeder erdenklichen Garnstärke funktioniert und für die man keine Maschenprobe nehmen muss. Besonders gut sieht diese Mütze mit handgefärbtem oder gemustertem Garn aus!

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Ihr braucht: Euer Garn und passende Stricknadeln. Diese Mütze wird nicht in Runden gestrickt, Nadelspielphobiker können also aufatmen.
Was ihr sonst noch braucht, aber jetzt nicht im Bild seht: Eine Häkelnadel in ähnlicher Stärke wie die Stricknadeln (so genau müssen wir es nicht nehmen) oder eine dicke Wollnähnadel, eine Schere und außerdem der Kopf, auf den die Mütz später passen soll. Zum Maßnehmen.

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(1) 3 Maschen anschlagen und jede Reihe bis zur letzten Masche rechts stricken. Aus der letzten Masche 2 Maschen herausstricken.
Damit strickt ihr ein wachsendes Dreieck in kraus rechts, und zwar so lange, bis die Seiten zwischen Spitze und Nadel ca. 20 cm lang sind.

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(2) Jetzt strickt ihr das Ganze als Rechteck weiter. Das geht so:
Hinreihe: 2 rechts zusammenstricken, rechts stricken bis zur letzten Masche, aus der letzten Masche 2 Maschen herausstricken.
Rückreihe: alle Maschen rechts stricken.
Und das alles so lange, bis die lange Seite des Strickstücks einmal locker um den Kopf herumgeht. Bei den meisten sind das so um die 50 cm.

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(3) Jetzt wird das Rechteck geschlossen. Dafür jede Reihe mit 2 rechts zusammenstricken beginnen bis nur noch 3 Maschen auf der Nadel sind. Davon 2 Maschen abketten, aber die 3. auf der Nadel lassen. Der Faden wird erst ganz zum Schluss abgeschnitten, also weg mit der Schere.

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(4) Entlang der langen Kante werden Maschen für das Bündchen aufgenommen. Das geht ganz einfach, indem man zwischen den Knötchen am Rand jeweils eine Masche aufnimmt. Tipp: Geht mit der Nadel immer unter zwei Fäden durch, um den Arbeitsfaden durchzuziehen. Ein einzelner Faden gibt zu sehr nach und lässt ein Loch entstehen.

Wenn ihr die gesamte Kante entlang Maschen aufgenommen habt, strickt ihr sie für ca. 5 cm im 1-rechts-1-links-Rippenmuster. Danach alles abketten, Faden noch nicht abschneiden.
Tipp für eine elastische Abkettkante: 1 Masche stricken, 1 Umschlag, 1 Masche stricken, dann Umschlag und die Masche rechts davon über die zuletzt gestrickte ziehen. Danach immer weiter 1 Umschlag, 1 stricken, Umschlag und Masche rechts daneben über die zuletzt gestrickte Masche ziehen.

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(5) Und das soll ne Mütze sein? Ja, in drei Minuten. Jetzt nehmt ihr eure Häkelnadel und häkelt das Teil mit Kettmaschen an den kurzen Seiten zu einem Schlauch zusammen, linke Seite nach außen.

Wenn ihr an dem Ende angekommen seid, das nicht das Bündchen hat, verbindet ihr immer die gegenüberliegenden Seiten mit festen Maschen. Etwa so:

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Und jetzt könnt ihr endlich den Faden abschneiden! Enden vernähen, Mütze auf rechts krempeln, anziehen, freuen.

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Viel Spaß damit!

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2 Gedanken zu “Anleitung: Mütze stricken ohne Maschenprobe

  1. Hallo, das werde ich gleich heute probieren. Wenn ich das Rechteck am Schluss wieder zum Dreieck mache – zählt das dazu zu den ca 50 Zentimetern? Weil das gibt ja dann noch mal 20 oder so. Also beginne ich schon nach 30 mit dem 2 Zusammenstricken? Liebe Grüsse Yosemite

    • Hi Yosemite, jetzt musste ich gedanklich noch mal alles mitstricken, weil es so lange her ist, dass ich die Mütze zuletzt gestrickt habe. :) Nein, du strickst die vollen 50 cm und fängst danach erst an, das Rechteck zu schließen, denn dadurch hört die eine Seite des Rechtecks auf zu wachsen (die schon 50 cm hat) und die andere wird auf die gleiche Länge gebracht. Wenn dir das zu theoretisch ist, dann strick einfach mal ein Minimützchen aus einem Rest Sockenwolle oder so, dann kannst du es direkt nachvollziehen!

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