Fällt nicht wirklich auf, oder?

Ich staune ja immer wieder, was ich so mit zwei Stöckchen und einem Stück Faden zustandebringe. Am Anfang des Prozesses hat man eine lose Schnur, am Ende eine Socke. Kommt mir immer noch manchmal vor wie ein Wunder.
Und dann wiederum gibt es ganz einfache Dinge, die ich einfach nicht gebacken kriege. So wie der Kackmaschenstich.

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Der Kackmaschenstich, irrtümlich auch oft einfach nur Maschenstich genannt, sollte eigentlich bewirken, dass sich diese Fersenspitze vollkommen elegant, nahtlos und unsichtbar schließt. Stattdessen fabriziere ich nur Nähte, die aussehen als hätte ich sie im volltrunkenen Zustand ohne Zuhilfenahme der Hände angefertigt. Mit geschlossenen Augen.

Immerhin sieht der Rest der Socken okay aus und wird damit für fertig erklärt.

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Meine Arbeitsliste für Weihnachten sieht dann damit so aus:

– Socken für Schwiegermutter 1: fertig
– Socken für Schwiegermutter 2: vielleicht fertig (je nach dem, ob ich den Kackmaschenstich nochmal neumache)
– Socken für Schwiegervater: alle fertig bis auf eine (es werden nur zwei, aber das klingt so schön produktiv)
– Geschenk X: fertig! (Es ist der Wahnsinn! Der Wahnsinn!)
– Loop für Mutter: noch nicht angefangen, aber Wolle ist gestern eingetroffen

Ich bin zuversichtlich! Ach ja, und wer sich über die Menge der Schwiegermütter wundert: Nein, dieser Umstand geht nicht mit dem Genuss der gleichen Menge an Ehemännern einher. Wir sind einfach nur eine sehr patchworkige Familie. Und der Vollständigkeit halber sei zugefügt: Ja, mein Mann hat ebenfalls zwei Schwiegermütter. Ätsch.

Weihnachtsgeschenk 1 von 100: Check!

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Ich liebe Strickmuster, die total einfach zu stricken sind, hinterher aber total raffiniert aussehen. Und dieses Muster ging dazu auch noch rasend schnell.

Eigentlich handelt es sich nur um zwei Garne, die sich jede Runde abwechseln. In meinem Fall 6-fach Sockengarn, einmal Bordeauxrot von Atelier Zitron und einmal selbstgefärbt orange. Der Trick besteht darin, die eine Farbe, in meinem Fall Orange, im Perlmuster zu stricken und die andere immer glatt rechts. Also ganz stumpf:
Runde 1 (Orange): 1 rechts, 1 links, 1 rechts etc.
Runde 2 (Rot): alles rechts
Runde 3 (Orange): 1 links, 1 rechts, 1 links etc.
Runde 4 (Rot): alles rechts

Und so siehts dann von Nahem aus:

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Auf Ravelry gibt es die Anleitung nochmal in ordentlich. Da seht ihr auch, wie großartig das Muster aussieht, wenn man ein Garn mit Farbverlauf benutzt. Das werde ich garantiert auch noch mal irgendwann machen.

Aber jetzt geht es erstmal an Weihnachtsgeschenk Nummer 2 von 100…

Lesestunde!

Kinder, die neue Knitter ist da! Wollt ihr sie mit mir zusammen durchblättern? Nur eins vorweg, damit es gleich keine Tränen gibt: In dieser Ausgabe steckt nicht Stricklust pur wie beim letzten Mal. Aber damit werden wir klarkommen, oder?

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Da ist sie. „15 Designer-Modelle für Sie“ sind drin. Für mich? Sehr aufmerksam! Ich lass euch aber mit reingucken wenn ihr es nicht weitersagt.

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Dieses Modell gefällt mir ganz gut. Wenn ich besser mit linken Maschen wäre, würde ich es wirklich in Erwägung ziehen. Naja, vielleicht eines Tages…

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Äääh… nein danke.

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Dieser Mantel dagegen ist toll. Vielleicht etwas kürzer und aus minimal dickerem Garn?

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Ist ja lustig. Exakt das gleiche Gesicht würde mein Mann auch machen wenn ich ihm diese Strickjacke schenken würde.
Aber das Muster für die Elefanten speichere ich mir auf alle Fälle irgendwo ab, die sind nämlich richtig schön.

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Bei diesen Stulpen bin ich unentschieden. Die Idee ist süß, aber wer trägt soetwas?

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Ahhh und hier stoße ich wieder auf mein persönliches Aufregethema der Strickwelt: Warum zur Hölle strickt man ein filigranes Muster mit so unruhig gefärbtem Garn? Da erkennt man doch am Ende nichts mehr von! Ich verstehe das nicht! Aber bitte, wer Freude dran hat …

Die Ausgabe enthält noch mehr Strickmodelle (unter anderem den Nippelschal vom Cover, einen ganz netten Cardigan und Babyzeug), außerdem wird eine umfangreiche Einführung in das Strick- und Häkelnetwork Ravelry geboten, was ich persönlich sehr löblich finde. Ravelry ist SUPER! Insgesamt finde ich die Zeitschrift sehr schön gemacht, lese sie aber in erster Linie zur Unterhaltung und Inspiration. Ich fürchte, ich habe noch kein einziges Muster aus einer Zeitschrift wirklich nachgestrickt, aber ich verwerte viele Ideen und Musterelemente bei ganz anderen Projekten. Die Elefanten weiter oben zum Beispiel könnte ich mir gut auf einer Tablethülle vorstellen. Und das Muster auf den Socken könnte man auch auf fingerlose Handschuhe übersetzen. Aber dann bitte mit einfarbigem Garn.

Wie gefällt euch die Knitter? Lest ihr sie regelmäßig oder mögt ihr lieber die Simply Stricken?

Yay, ich bin produktiv!

Nach der kurzen Durststrecke komme ich total gut voran mit dem Stricken. Ich fasse mal zusammen, was bei mir gerade alles in Arbeit ist:

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Der Grandpa Cardigan. Jetzt schon mit fast einem ganzen Ärmel.

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Der dicke Pullover von Garnstudio Drops. Strickt sich superschnell.

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Geschenk X. Läuft.

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Das erste Paar Schwiegerelternsocken. Die stricken sich so von selbst.

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Ein Kissenbezug fürs Wohnzimmer. Naja, warum nicht. Geht ja schnell.

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Ähh… noch ein Paar Socken? Wo auch immer die jetzt herkommen.

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Okay, das habe ich noch nie zuvor gesehen. Soll das ein Pullover aus Sockenwolle werden? Was hat das in meinem Projektkorb zu suchen?

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ICH KENNE DIESES DING NICHT WER HAT DAS HIERHIN GELEGT WARUM TUT IHR DAS AAAAAARGHHHH…

Ich brauche vielleicht Hilfe. Langweilt sich zufällig gerade jemand von euch?

Anleitung: Mütze stricken ohne Maschenprobe

Als ich neulich meine Liste der zu strickenden Weihnachtsgeschenke aufgestellt habe, wollte ich mich natürlich sofort frisch ans Werk machen. Doch dann kullerte mir aus dem Wollkorb ein vergessen geglaubtes Knäul Zitron Nobel Art in der handgefärbten Variante „Herbstlaub“ entgegen und ich konnte nicht anders als an Ort und Stelle eine Mütze daraus zu stricken. Wer weiß, wie lange es überhaupt noch Herbst ist? Außerdem habe ich hier die Anleitung für euch festgehalten, damit ich nicht allzusehr das Gefühl habe, mich vor der eigentlichen Arbeit zu drücken. Ich bin produktiv!

Also auf geht’s. Wir stricken eine Mütze, die mit jeder erdenklichen Garnstärke funktioniert und für die man keine Maschenprobe nehmen muss. Besonders gut sieht diese Mütze mit handgefärbtem oder gemustertem Garn aus!

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Ihr braucht: Euer Garn und passende Stricknadeln. Diese Mütze wird nicht in Runden gestrickt, Nadelspielphobiker können also aufatmen.
Was ihr sonst noch braucht, aber jetzt nicht im Bild seht: Eine Häkelnadel in ähnlicher Stärke wie die Stricknadeln (so genau müssen wir es nicht nehmen) oder eine dicke Wollnähnadel, eine Schere und außerdem der Kopf, auf den die Mütz später passen soll. Zum Maßnehmen.

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(1) 3 Maschen anschlagen und jede Reihe bis zur letzten Masche rechts stricken. Aus der letzten Masche 2 Maschen herausstricken.
Damit strickt ihr ein wachsendes Dreieck in kraus rechts, und zwar so lange, bis die Seiten zwischen Spitze und Nadel ca. 20 cm lang sind.

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(2) Jetzt strickt ihr das Ganze als Rechteck weiter. Das geht so:
Hinreihe: 2 rechts zusammenstricken, rechts stricken bis zur letzten Masche, aus der letzten Masche 2 Maschen herausstricken.
Rückreihe: alle Maschen rechts stricken.
Und das alles so lange, bis die lange Seite des Strickstücks einmal locker um den Kopf herumgeht. Bei den meisten sind das so um die 50 cm.

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(3) Jetzt wird das Rechteck geschlossen. Dafür jede Reihe mit 2 rechts zusammenstricken beginnen bis nur noch 3 Maschen auf der Nadel sind. Davon 2 Maschen abketten, aber die 3. auf der Nadel lassen. Der Faden wird erst ganz zum Schluss abgeschnitten, also weg mit der Schere.

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(4) Entlang der langen Kante werden Maschen für das Bündchen aufgenommen. Das geht ganz einfach, indem man zwischen den Knötchen am Rand jeweils eine Masche aufnimmt. Tipp: Geht mit der Nadel immer unter zwei Fäden durch, um den Arbeitsfaden durchzuziehen. Ein einzelner Faden gibt zu sehr nach und lässt ein Loch entstehen.

Wenn ihr die gesamte Kante entlang Maschen aufgenommen habt, strickt ihr sie für ca. 5 cm im 1-rechts-1-links-Rippenmuster. Danach alles abketten, Faden noch nicht abschneiden.
Tipp für eine elastische Abkettkante: 1 Masche stricken, 1 Umschlag, 1 Masche stricken, dann Umschlag und die Masche rechts davon über die zuletzt gestrickte ziehen. Danach immer weiter 1 Umschlag, 1 stricken, Umschlag und Masche rechts daneben über die zuletzt gestrickte Masche ziehen.

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(5) Und das soll ne Mütze sein? Ja, in drei Minuten. Jetzt nehmt ihr eure Häkelnadel und häkelt das Teil mit Kettmaschen an den kurzen Seiten zu einem Schlauch zusammen, linke Seite nach außen.

Wenn ihr an dem Ende angekommen seid, das nicht das Bündchen hat, verbindet ihr immer die gegenüberliegenden Seiten mit festen Maschen. Etwa so:

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Und jetzt könnt ihr endlich den Faden abschneiden! Enden vernähen, Mütze auf rechts krempeln, anziehen, freuen.

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Viel Spaß damit!

Was? Weihnachten?

Weihnachten pflegt ja immer wieder überraschend über uns hereinzubrechen. Obwohl spätestens im September Lebkuchen und Schokomänner in den Läden stehen (Anfänger! Mein Arbeitgeber verkauft die ersten Weihnachtsprodukte im Juli!), kommt der Dezember jedes Jahr aufs Neue wie ein Schock: Ich muss noch Geschenke kaufen! Strickerinnen, Häklerinnen und andere DIYer trifft es doppelt hart: Ich muss noch Geschenke machen!!

Nachdem ich die letzten Jahre die gesamte Vorweihnachtszeit in panischem Nadelgeklapper verbracht habe, war ich dieses Jahr besonders schlau. Ich habe mit dem ersten Weihnachtsgeschenk im Juni angefangen. Jawohl, im Juni! Einmal Schulterklopfen bitte.

Ich kann die Details erst nach der Geschenkübergabe preisgeben, sonst ist es vielleicht keine Überraschung mehr. Aber es ist ein wirklich schönes Projekt und ich war so stolz auf mich, so früh damit angefangen zu haben. Mit jeder Menge Zeit, ganz ohne Stress …

… bis ich eines Tages auf meinen Kalender schaute und sah, dass es schon November ist. Und ein leises Stimmchen in meinem Kopf zu bedenken gab, dass es ja fein sei, dass ich das Geschenk schon im Juni angefangen habe – es müsse aber dennoch bis Weihnachten fertiggestellt werden. Und alle übrigen Weihnachtsgeschenke auch.
Aaaaaargghhhh…!

Okay, sehen wir uns meine Arbeitsliste für die nächsten 6 Wochen an.

1. Geschenk X fertigstellen

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2. Socken, diverse

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3. Ein Schlauchschal für meine Mutter, für den die Wolle noch nicht da ist

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Sollte zu schaffen sein. Schlafen kann ich ja, wenn Weihnachten vorbei ist.