Julia, oh Julia!

Eine dicke, fette Erkältung zu haben hat viele schöne Vorteile: Halsschmerzen, Gelenkschmerzen, generelle Mattigkeit, eine ununterbrochen laufende Nase … Moment. Noch mal von vorn.

Eine dicke, fette Erkältung zu haben hat einen einzigen kleinen Vorteil: Man hat plötzlich Zeit zum Stricken. Vorausgesetzt, man muss sich nicht gerade die Nase putzen und die schmerzenden Gelenke verwandeln einen nicht in ein hundertjähriges Gichtmütterchen. Aber selbst damit lässt sich arbeiten.
Mir hat meine Erkältung jetzt die Gelegenheit gegeben, Tingeltangel wie Kartons in den Keller schleppen, Joggen oder zur Arbeit fahren hintenan zu stellen und dafür an der Tunika „Julia“ von Vicky Chan weiter zu stricken. Die Anfänge (in 2. Reinkarnation) habe ich ja neulich schon mal gezeigt. Jetzt sieht die Tunika so aus:

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Ich finde dieses Modell absolut genial, weil es (1.) gehäkelt und gestrickt wird, (2.) der gestrickte Teil ausschließlich in Runden gearbeitet wird und (3.) die Tunika durch einen ganz cleveren Trick hinten länger als vorne wird. Letzteres passiert durch die Konstruktion des Häkelteils, das als Schlauch mit Einschnitten für Kopf und Körper gearbeitet wird. Die Einschnitte sind so gesetzt, dass die Rückenseite länger ist als die Vorderseite. An dem Einschnitt für den Körper werden dann die Maschen mit der Stricknadel aufgenommen und glatt runtergestrickt, ganz ohne Kanten und Ecken.

Erkläre ich das verständlich? Egal. Wer jetzt geistig Hääää…? macht, steht genauso da wie ich, als ich das Häkelstück fertig hatte und nachzuvollziehen versucht habe, wie das alles zusammenpassen soll. Aber dann kam mit den ersten gestrickten Runden die große Erleuchtung und seitdem bin ich total begeistert. Auch Dolly mag die Tunika kaum noch ausziehen.

Begeistert bin ich übrigens auch von dem Baumwollgarn, mit dem ich stricke, Drops Safran. Bei Drops ist leider nicht jeder Schuss ein Treffer, wie ich in leidlichen Selbstversuchen herausfinden musste (und zweifellos noch vertiefen werde, wer lernt schon aus seinen Fehlern?). Aber die Safran hat jetzt schon bestimmt 3 Komplett-Ribbelungen durchgemacht und sieht immer noch prima aus. Darauf einen Fanfarenstoß des Jubels! Wo war nochmal mein Taschentuch?

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