Was reimt sich auf Laufmasche?

Ich war gestern auf einer freien Autoren-Lesung in einer örtlichen Kneipe (Für euch heißt das Poetry-Slam, Kinder). Das erste, was ich feststelle: Stricken macht geduldig. Und großzügig gegenüber langatmigen Landschaftsgedichten.

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Als Jugendliche habe ich mich auf Gedichte gestürzt wie eine Verdurstende auf eine Regenpfütze. Jetzt habe ich gegen Gedichte einen inneren Wiederstand wie ein Kind gegen einen Löffel voll Hustensaft: Ich weiß, dass es eine gute Sache ist, aber ich kriege sie immer nur mit wilden Grimassen herunter. Besonders wenn die Gedichte noch voller klebriger Adjektive ist.

Trotzdem gehe ich gern zu Lesungen. Ich finde es schön zu sehen, dass Menschen schreiben. Dass sie ihr eigenes Erleben und ihre eigene Stimme so wichtig nehmen, dass sie sich über ihre Selbstzweifel und Vergleiche mit „richtigen“ Schriftstellern hinwegsetzen und schreiben. Auch wenn nur ein paar klebrige Gedichte dabei herauskommen. Weil das immernoch wichtiger ist als alles, was andere davon halten.

Außerdem: Der kneipenansässige Alkoholiker hat alle Autoren und Autorinnen des Abends frenetisch beklatscht. Zumindest bis er rausgeworfen wurde. Und auch ich habe natürlich immer fleißig geklatscht. Stricken macht großmütig.

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(Ich wars nicht!)

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