Kleine Häkelnadelparade

Solange hier Sommerflaute herrscht, kann ich zumindest ein paar Basics aus der Welt der Wolle bringen. Zum Beispiel: Welche Häkelnadel passt zu mir?

Ein Wort vorab: Im Grunde tut jede Art von Häkelnadel ihren Job. Ob Holz, Metall oder Kunststoff ist weniger eine Sache der Effizienz als vielmehr eine Sache des persönlichen Geschmacks, denn anders als bei Stricknadeln ist man beim Häkeln nicht so sehr darauf angewiesen, dass zwölfhundert Maschen am Stück gut flutschen und auch das Gewicht der Nadel macht nicht so viel aus beim Stricken (vielleicht schreibe ich darüber nochmal separat). Aber wenn man schon mal Lust hat, Geld auszugeben …

20140723-113732-41852429.jpgHier eine kleine Parade der Nadeltypen, die ich besitze und benutze. Natürlich habe ich noch einen ganzen Wurf vergessen, die folgen dann gleich. Von links nach rechts sehen wir: Klassische Metallnadel mit Kunststoffgriff, KnitPro Waves Metallnadel mit Softgriff, Aluminiumnadel, Addi Swing, Acryl-Bubble-Dingens, Bambus.

Die ganz linke Häkelnadel ist das Standardmodell, das man in den gängigsten Größen im Supermarkt bekommt und das vermutlich jeder irgendwo herumfliegen hat. Als ich beschlossen habe, wieder mit dem Häkeln anzufangen, habe ich diese Nadel zwischen angekauten Bleistiften und leergeschriebenen Kulis in einer Schublade gefunden, ohne mich daran erinnern zu können sie jemals gekauft zu haben. Trotzdem sind diese Standardnadeln sehr gut zu handhaben und extrem verlässlich.

Die zweite Nadel von links ist von KnitPro und eigentlich so ziemlich wie die Billo-Nadel davor, nur mit abgeflachtem Softgriff. Softgriff heißt übrigens nicht, dass das Material wirklich weich ist, es handelt sich nur um diesen Softlack, der sich ein bisschen nach Gummi anfühlt. Ich persönlich mag gerade bei dünnen Nadeln diese abgeflachten Griffstücke, weil ich dann mehr Kontrolle habe. Außerdem bin ich immer ein Fan von schönen Farben und bei der KnitPro Waves Serie kommt jede Nadelstärke in einer anderen Farbe. Wenn ich nicht schon eine geschätzte Millionen Häkelnadeln hätte, würde ich mir ein ganzes Set davon kaufen.

Die dritte Häkelnadel von links ist aus eingefärbtem Aluminium, auch hier hat jede Stärke eine eigene Farbe. Man kriegt diese Nadeln in großen Sets für kleines Geld und zumindest bei meinem Set stimmte die Qualität absolut: Keine scharfen Kanten oder unsauberen Gussnähte. Leider sind diese Nadeln durch das fehlende Griffstück ab Größe 2,5 abwärts so dünn, dass ich sie nicht mehr richtig kontrollieren kann. Dann dreht sich der Haken beim Fadenholen nicht in die Richtung, in die ich ihn haben will, und die ganze Häkelei wird ein einziger Krampf. Vielleicht stelle ich mich auch nur dumm an. Für alles, was eine höhere Nadelstärke als 3,0 benötigt, sind diese Nadeln meine Favoriten.

Das blau-weiße Teil, das wie eine Zahnbürste aussieht, ist eine Addi Swing. Der lustige Griff soll besonders ergonomisch und schonend sein. Ich kann dazu leider nichts sagen, weil ich nicht mit dieser Nadel arbeiten kann. Der Abstand zwischen Spitze und Griffanfang ist zu kurz für meine offenbar extrem ausladende Art zu häkeln.

Die vorletzte Nadel von rechts ist Bestandteil des allerersten Häkelnadel-Sets, das ich mir gekauft habe. Ich weiß heute nicht mehr, was mich damals geritten hat. Vermutlich die bunten Farben und die Blubberbläschen. Diese Acrylnadeln sind nicht verkehrt und bei manchen Garnen arbeite ich eigentlich auch ganz gern damit. Ich weiß nur leider nicht mehr, wann das zuletzt der Fall war. Immerhin waren sie nicht teuer.

Und die letzte Nadel von links gesehen ist aus Bambus. In diesem Falle er 12-mm-Monster aus einem Set von Hooked Zpagetti, aber die gibt es auch in kleiner. Bei Stricknadeln finde ich Bambus super angenehm, weil es leicht und warm in den Händen liegt, bei Häkelnadeln dagegen finde ich ein gewisses Gewicht besser, da ich hier kompliziertere Manöver zustandebringen muss, ohne die Hilfe einer zweiten Nadel zu haben. Deshalb habe ich auch nur diese eine Häkelnadel aus Bambus und diese beiden schlimm vernachlässigten Nadeln aus Birkenholz:
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Diese Nadeln (KnitPro Symfonie) sind sehr, sehr schön, aber wie gesagt für meinen Geschmack zu leicht. Der Hersteller bietet sie aber auch mit einem unschlagbaren Gimmick an: Einem Gewinde am hinteren Ende, über das ein Rundstricknadel-Seil angeschraubt werden kann. Das ist unglaublich praktisch, wenn man beim Stricken irgendwo Maschen aufnehmen muss (zum Beispiel für eine Knopfblende), oder wenn man Spaß an der tunesischen Häkeltechnik hat, bei der die Maschen auf der Nadel bzw. dem Seil bleiben statt abgehäkelt zu werden.

 

Soviel zu meinen Häkelnadeln. Bis auf Einzelfälle schaffe ich es mittlerweile daran zu glauben, dass ich keine weiteren mehr brauche. Außer vielleicht eines Tages noch eine von diesen wunderschönen, handgearbeiteten hellen Birkenholznadeln mit dem gedrechselten Griff. Auch wenn ich gar nicht gern mit Holznadeln häkle. Nur zum Festhalten und Liebhaben.

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