Die Motten-Mafia

Falls ich es noch nicht erzählt habe: Ich bin im Investmentgeschäft. Also nicht hauptberuflich, mehr so als Hobby. Aus reiner Freude und Mitmenschlichkeit unterstütze ich eine handvoll Internetshops mit monatlichen Investitionssummen, wofür diese mir dann oft aus aufrichtig empfundener Dankbarkeit kleine Geschenke zukommen lassen. Ist die Welt nicht schön?

Einer dieser Internetshops ist Lanade.de, die mir erst letztens mit einigen Knäulen wunderschönen Alpaka-Garns dafür gedankt haben, dass ich erneut mein Monatsgehalt schwesterlich mit ihnen geteilt habe. Auf ihrem hauseigenen Blog haben sie kürzlich über Woll-Aufbewahrung geschrieben und dabei auf einen wichtigen Punkt aufmerksam gemacht: Motten.

Die Blogger von Lanade empfehlen jeder Strickerin, ihre Wolle regelmäßig zu bewegen, oder besser: in die Tiefkühltruhe zu packen, oder noch besser: in verschließbaren Plastikboxen von Ikea einzulagern. Weil sonst ratzfatz alles von organisierten Mottenbanden weggefressen wird. Jetzt mal überspitzt formuliert.

Ich muss zugeben, ich war nach dem Lesen dieses Blogposts skeptisch. Motten habe ich in meinem Haus bisher nur als zerrupfte Überreste zwischen Katzentatzen gesehen. Gut, meine Kleidungsstücke haben oft Löcher. Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass ich diese Löcher alle selbst fabriziert habe, auch wenn mir nicht immer ganz klar ist, wie mir das gelungen sein könnte.

Nun wissen die Leute bei Lanade sicherlich wovon sie sprechen, so als Wollhändler. Deshalb wurde ich langsam auch in die Gegenrichtung skeptisch: Bin ich zu fahrlässig mit meiner Wolle? Eigentlich habe ich mich gerade erst bei Ikea mit Organisationshelfern ausgestattet. Auch wenn es keine Plastikboxen sind.

Meine Wolle lagert beispielsweise in einem dieser Netzhänger:

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Oder in einem Schuhhalter:

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Oder eben da, wo ich sie hingeworfen habe als mir klarwurde, dass ich auf der Stelle in meine Jacke springen und zum Auto hechten muss, wenn ich nicht zu spät zur Arbeit kommen will:

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Und jetzt sitze ich hier mit verriegelten Türen und Fenstern inmitten meines Garns, die Katze wie ein Schrotgewehr unter den Arm geklemmt und lauere auf Hinweise von Mottenaktivitäten. Womöglich warten sie schon darauf, sich auf meine Wolle zu stürzen? Vielleicht sind sie schon im Haus? Vielleicht kommt daher dieses Rascheln in den Wänden? IHR KRIEGT MEINE WOLLE NUR ÜBER MEINE LEICHE!

Glatt gestrickt und schief gewickelt

Nach einer gefühlten Ewigkeit, die tatsächlich nur knapp drei Wochen oder so gedauert hat, ist der „Schief gewickelt“ Loop nun endlich fertig geworden:

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Wenn man einmal die ersten zwei Runden mit dem Möbius-Anschlag überstanden hat, strickt sich das Teil wie von selbst. Man sollte nur nicht versuchen nachzuvollziehen, warum das alles funktioniert und warum das Ding am Ende so aussieht wie es aussieht. Einfach der Anleitung vertrauen und losstricken.

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Besonders stolz bin ich darauf, dass ich diesen Loop ohne eine einzige linke Masche gestrickt habe. Wer jetzt losbrüllt: Moment mal, da sehe ich aber jede Menge linker Maschen!, der möge folgendes Wort vernehmen: Wen-de-ma-sche.
Beim Anblick der Anleitung und der schönen Beispiel-Loops der Designerin fand ich es nämlich ziemlich bitter, dass ich bei einem rundgestrickten Schlauchschal linke Maschen stricken solle. Ich meine: Guten Tag? Wozu strickt man denn in der Runde wenn nicht um die linken Maschen der Rückreihen zu vermeiden?

Also habe ich mir mit folgendem Trick beholfen. Am Ende eines glatt rechts gestrickten Segments angekommen habe ich die erste Masche, die links abgestrickt werden sollte, mit dem Arbeitfaden umwickelt und wieder auf die linke Nadel geschoben. Dann das ganze Strickstück umgedreht und in die entgegengesetzte Richtung weitergestrickt. Wenn ich dann bei der umwickelten Masche angekommen war (nun die letzte Masche der ersten Runde), habe ich den Umschlag zusammen mit der Masche angestrickt. Man kann aber vermutlich statt einer Wickelmasche auch ganz einfach so die Strickrichtung am Beginn jedes neuen Segments wenden. Sieht man bei so einem Monsterloop eh nicht.

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Und das ist alles, was von den 900 Metern Garn übrig geblieben ist. Alle anderen 897 Meter bleiben wohl für den Rest meines Lebens um meinen Hals gewickelt. Ich liebe diesen Loop!

 

Wolle & Anleitung: Mrs. Postcard

Tutorial Wickelmaschen: Tutorial vom WOLLkenSchaf

Mein Projekt bei Ravelry

Ich weiß nicht …

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… ob mir das so gefällt.
Am Anfang war ich ganz begeistert von dem Garn (Stone Pflaume von 100farbspiele). Wie es langsam von Violett ins Anthrazit übergeht. Aber jetzt gibt es von Violett-Anthrazit plötzlich diesen abrupten Übergang zu Anthrazit-Hellgrau und das ganze sieht aus, als sei mir mitten im Tuch das Garn ausgegangen und als hätte ich mit einem völlig anderen Garn weitergestrickt. Immerhin beginnt der Farbwechsel genau zwischen zwei Mustersätzen.
Mal sehen, wie es in fertig wirkt. Der Mustersatz ist ja auch erst zur Hälfte durch.

Work in Progress

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Manchmal ist es absolut notwendig, zwei Projekte gleichzeitig zu stricken. Zum Beispiel einen Loop, der keine große Aufmerksamkeit erfordert, und ein Lace-Tuch, wenn das stupide Rechte-Maschen-stricken zu öd wird.

Diese beiden Projekte stricke ich beide aus der Farbverlaufswolle 100farbspiele bzw. Mrs-Postcard), die ich gerade EXTREM toll finde. Ich kriege die Farben gar nicht richtig eingefangen mit der Kamera, aber es gibt garantiert noch mal einen großes Fotoshooting wenn die Teile fertig sind.

In geschätzten 3 Jahren.

Offener Brief an Urban Decay

Liebe Leute von Urban Decay,

ich liebe eure Lidschattengrundierung. Ich liebe sie wirklich. Sie ist für mich eines der wenigen Make-up-Produkte, die wirklich halten, was sie versprechen. Das schätze ich besonders deshalb, weil sonst keine Lidschattengrundierung, die ich bisher ausprobiert habe, lange gehalten hat. Sorry, Rival de Loop, Manhattan und Art Deco, ihr bringts einfach nicht. Die Urban Decay Primer Potion hat mein Herz gewonnen. Nur damit bleibt mein Lidschatten den ganzen Tag auf dem Auge statt sich in eine schwitzige Rinne in der Lidfalte zu verwandeln.

Auch das Verpackungsdesign: ganz toll. Ich habe die Primer Potion in der kleinen 3,7-ml-Variante und sie sieht aus wie eine kleine Zaubertrankflasche aus irgendeinem Disneyfilm. Fantastisch.

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Der Applikator: Naja, aber okay. Sieht aus wie bei Lipgloss, irgendwie pelzig, aber erfüllt seinen Zweck. Ich streife ihn eh immer zuerst auf dem Finger ab und tupfe die Grundierung dann mit der Fingerspitze aufs Augenlid.

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Liebes Team von Urban Decay, ich schreibe euch aber eigentlich nicht, weil ich euer Produkt so toll finde. Ich bin sicher, ihr wisst selbst, wie gut es ist. Tatsächlich schreibe ich euch, weil meine Urban Decay Primer Potion leer ist.
„Fein, dann kauf mehr davon!“ sagt ihr jetzt vermutlich und genau das war meine Absicht. Ich stand just heute morgen mit dem Applikator in der einen, dem Fläschchen in der anderen Hand vor dem Spiegel und nachdem ich beim besten Willen kein einziges Restchen Produkt mehr herausgekratzt bekam sagte ich zu mir: okay, Zeit für Nachschub.
Plötzlich erschienen zwei kleine Engelchen auf meinen Schultern. Links der Sparfuchs-Engel, der mir vorhielt, wie unglaublich teuer diese Lidschattengrundierung ist (20 Euro mindestens, je nach eBay-Händler). Rechts der Engel für Logik und dreidimensionales Denken, der den leisen Verdacht äußerte, dass der Applikator in diesem kleinen Fläschlein vielleicht einen letzten Bodensatz nicht erreichen konnte. Das Engelchen für dreidimensionales Denken erzählt mir oft Quatsch wie viele meiner blauen Flecken belegen können, aber was hatte ich schon zu verlieren? Schließlich findet sich nicht umsonst in jeder gut sortierten Kosmetiktasche ein Seitenschneider.

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What. The. FUCKING. FUCK?!

Urban Decay, ist das euer Ernst? Das Ding ist noch mehr als VERDAMMT NOCH MAL HALB VOLL! Was man auf dem Foto nicht sieht, ist dass der Applikator einfach nur eine Rinne in Bodennähe gezogen hat und mit dem ganzen Zeug an den Seitenwänden nie in Berührung gekommen ist. Da der Primer so dickflüssig ist, konnte er auch durch Schütteln nie nach unten, zum Applikator, befördert werden. Wieso, Urban Decay, wieso?

Mein Vertrauen in euch ist schwer erschüttert. Ich weiß, dass es die Primer Potion auch in Tuben gibt, aber diese Wunde muss erst verheilen. Ich habe an uns zwei geglaubt.

 

Traurige Grüße
Havariemarie

 

PS: Ich tröste mich mit einer anderen Lidschattengrundierung, dem Urban Decay Primer Pott. Er ist immer ehrlich zu mir und total unkompliziert. Tolles Produkt.

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Eye Candy

Ich bin verliebt. Und zwar in die Farbverlaufswolle von 100farbspiele und Mrs. Postcard.

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Die wickeln Einzelfäden so zusammen, dass ganz langsame Farbübergänge entstehen. Und wunderbarerweise benutzen beide Hersteller ein Gemisch aus Baumwolle und Acryl, so dass ich die Garne auch vertrage (im Gegensatz zu den meisten tierischen Fasern – mich piekst selbst Kaschmir, Mohair bringt mich fast um!).

Es ist übrigens nicht empfehlenswert, einen Batzen des Garns aus der Mitte heraus zu ziehen wenn man wissen will, wie lang es bis zum ersten Farbwechsel dauert. Nur für den Fall, dass das noch jemand außer mir für eine gute Idee gehalten hätte.

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5 Dinge, die ich von meiner Mutter gelernt habe

1. Das legoartige Teil, mit dem man Kabel verbinden kann, heißt Lüsterklemme.

2. Es gibt Menschen, die kleine Kinder mittels Klebebildchen in Kaugummipackungen LSD-abhängig machen wollen (aber vielleicht war das auch nur ein Ding der 80er?).

3. Wenn in der Nacht ein Feuer ausbricht, darf man sich nicht anziehen, sodern muss im Nachthemd auf die Strasse rennen.

4. Weihnachtsplätzchen schmecken am besten, wenn man Marzipan in den Teig einknetet.

5. Sean Connery war der beste James Bond von allen.