Kein sicherer Hafen

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Mittagspause am Hafen, wenn denn schon mal die Sonne scheint. Gerade sag ich noch zur Begleitung: Da hinten hab ich mal gearbeitet!, als ich auch schon plötzlich vor den Kolleginnen stehe, mit denen ich da mal gearbeitet habe.

Alle sagen Hallo, alle sind ganz freundlich, aber alle sind auch etwas schmallippig und befangen. Das ist vermutlich normal. Ich bin jetzt schon länger von ihrem Unternehmen weg als ich überhaupt da war, was soll man sich da schon erzählen.

Trotzdem ein eigenartiges Gefühl. Ich glaube, dieser alte Job hat die ganze Zeit, seit ich gegangen bin, so friedlich und unberührt in meiner Erinnerung weitergelebt, dass ich irgendwie damit gerechnet habe, dass auch die Realität in meiner Abwesenheit wie das verwunschene Dornröschenschloss stillsteht. Und wenn ich jemals noch mal zur Türe hereinspaziert käme, würden sie alle wieder erwachen und es wäre, als sei nie Zeit vergangen. Und die eine Kollegin würde sagen: Mann, du glaubst nicht, was hier wieder los war!, und die andere würde sagen: Kommt, wir gehen zum Bäcker, ich brauche jetzt was Süßes. Und es wäre, als wäre ich nie weggegangen. Und als hätten sie nie ohne mich weitergemacht und als wäre ich nie zu einer schwachen, unwichtigen Erinnerung verblasst.

Ich glaube, ich denke zu viel nach.

 

 

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